
Nerissa Goedhart
Das DJI Dock 4 ist da – und AirHub ist bereit dafür

DJI hat heute das Dock 4 vorgestellt – zusammen mit einem neuen Fluggerät, der Matrice 5TD. Das Datenblatt ist umfangreich, doch eine Zahl sticht besonders hervor: Das Dock tauscht eine leere Batterie in nur 25 Sekunden gegen eine voll geladene aus. Bisher lud jedes marktgängige Dock den Akku direkt im gelandeten Fluggerät auf, was jeweils etwa eine halbe Stunde dauerte.
Diese eine Änderung definiert die Wirtschaftlichkeit und Einsatzlogik eines Dock-Netzwerks grundlegend neu. Hier erfahren Sie, was das für die drei Einsatzbereiche bedeutet, mit denen wir am häufigsten arbeiten.
Was 25 Sekunden für die Gebietsabdeckung bedeuten
Ein Dock, das den Akku im Fluggerät auflädt, deckt seinen Einsatzradius nur über Teilabschnitte des Tages ab. Fliegen Sie einen Notfalleinsatz, kehrt die Drohne zum Dock zurück und ist für die nächsten dreißig Minuten nicht einsatzbereit – genau in dem Zeitfenster, in dem häufig der Folgeeinsatz eingeht. Einsatzprogramme behalfen sich bislang mit der Anschaffung eines zweiten Docks: ein zweites Fluggerät, ein zweites Dach, ein weiterer Stromanschluss und eine zusätzliche Genehmigung – nur um ein Problem zu lösen, das im Grunde an einer einzigen leeren Batterie lag.
Mit einer Turnaround-Zeit von nur 25 Sekunden ist die Verfügbarkeit nicht länger der limitierende Faktor – die Reichweite übernimmt die Führung. Die praktische Berechnung wird einfach: Die Matrice 5TD fliegt mit bis zu 21 m/s zum Einsatzort; eine Minute Flugzeit entspricht also etwa 1,25 km in direkter Linie. Zieht man die Startsequenz und die Steigzeit ab (und plant keine rein geradlinige Strecke ein, da Flugverbotszonen und Hindernisse reale Routen verlängern), erhält man den tatsächlichen Einsatzradius. Mit einem Dock samt Schnellwechselsystem halten Sie diese Abdeckung kontinuierlich aufrecht – statt nur für die Hälfte jeder Stunde.
Auch die Flugdauer macht einen Sprung: Ein Einzelflug der Matrice 5TD erreicht bis zu 59 Minuten. Auf einen längeren Einsatz folgt somit nur noch eine minimale Pause statt einer langen Ausfallzeit.
Sergey Georgiev, Senior BD Manager bei AirHub und ehemaliger DJI-Mitarbeiter:
„Jedes Drohnenteam für öffentliche Sicherheit, mit dem ich spreche, stellt dieselbe Frage zur Wartezeit zwischen Flügen. Bis heute lautete die einzige Antwort: ein zweites Dock. Zudem verbessert eine weitere Nuance die Einsätze spürbar: Durch die höhere Horizontalgeschwindigkeit von 21 m/s sind DFR-Einheiten noch schneller am Einsatzort.“
Öffentliche Sicherheit: Wertvolle Sekunden zwischen Notruf und Lagebild
Für „Drone as First Responder“-Programme (DFR) war genau diese Pause bisher die größte Einschränkung. Die Polizei von Dubai erreicht Einsatzorte mit AirHub bereits in durchschnittlich rund 90 Sekunden. Die veröffentlichte Studie zu ihren Einsätzen im Jahr 2023 belegt durchschnittliche Eintreffzeiten von 1 Minute 25 bis 1 Minute 28 bei 1.502 Vorfällen.
Zwei weitere Merkmale bieten hier entscheidende Vorteile: Die Drohne-zu-Cloud-Latenz liegt beim neuen System bei lediglich bis zu 160 ms – etwa ein Drittel weniger als bei der Vorgängergeneration. Das Ergebnis ist ein spürbar flüssigeres Live-Bild für die Einsatzleitung. Zudem setzt die Vollfarb-4K-Nachtsicht ohne Scheinwerfer neue Maßstäbe bei der nächtlichen Lagebeurteilung, ergänzt durch eine Wärmebildkamera für thermische Analysen.
Darüber hinaus transportiert das Fluggerät Nutzlasten von bis zu 450 g, darunter Lautsprecher und Scheinwerfer. Bei einer nächtlichen Suche eröffnet ein Lautsprecher zur direkten Ansprache von Personen am Boden völlig andere taktische Möglichkeiten als eine reine Beobachtungskamera.
Kritische Infrastruktur: Inspektionen ohne Plattformwechsel
Die Matrice 5TD vereint Teleobjektiv, Infrarot, Laser-Entfernungsmesser und Nachtsicht in einem einzigen Fluggerät. Damit entfällt der bisherige Kompromiss, sich bereits vor dem Start auf eine bestimmte Nutzlast festlegen zu müssen, noch bevor das tatsächliche Schadensbild bekannt ist.
Das 11-fach-Teleobjektiv löst Details auf 400 m Distanz auf und erkennt feinste Defekte an Freileitungen aus 100 m Entfernung. Die Infrarotkamera macht Überhitzungen und beschädigte Isolatoren sichtbar. Der Laser-Entfernungsmesser arbeitet auf Distanzen bis zu 3 km und blendet Koordinaten direkt in das Live-Bild ein. Die Vermessungsgenauigkeit erreicht bis zu 10 cm.
Für Einsätze in unmittelbarer Nähe aktiver Anlagen ist die Hinderniserkennung ausschlaggebend: Ein Drei-Wege-mmWave-Radar, ein rotierender LiDAR-Sensor und eine omnidirektionale visuelle Sensorik greifen nahtlos ineinander. Die Erkennung auf Leitungsniveau erfasst selbst dünne Hindernisse wie Stromtrassen bei Nacht zuverlässig.
Sicherheit & Werkschutz: Nachtpatrouillen, die wirklich die ganze Nacht laufen
Im Perimeterschutz gab bislang der Ladezyklus das Patrouillenintervall vor – eine denkbar ungeeignete Grundlage für die Frage, wie oft ein Zaun kontrolliert werden muss. Fällt diese Hürde weg, richtet sich das Einsatzintervall wieder rein nach der individuellen Risikobewertung.
Mehrere Neuerungen zielen direkt auf Sicherheits- und Überwachungsmissionen ab: Das integrierte, anpassbare Warnlicht signalisiert Präsenz bei Patrouillengängen ohne zusätzliche Montage. Lautsprecher und Scheinwerfer stehen als Payloads bereit. Das Dock arbeitet zuverlässig in einem Temperaturbereich von -40 °C bis 50 °C – mit Akku-Vorwärmung bei Frost und integrierter Klimatisierung bei Hitze. Das Fluggerät startet, landet und operiert bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 12 m/s und leitet bei plötzlich auftretenden Windspitzen automatisch einen Sink- und Rückflug ein.
Witterungsbedingungen sind die häufigste Ursache für ausgefallene Patrouillen und verpasste Reaktionszeiten. Ein erweitertes Betriebsfenster bietet daher in der Praxis einen unschätzbaren operativen Mehrwert.
Regulatorische Details mit weitreichender Wirkung
Ein Detail in der Ankündigung von DJI verdient besondere Beachtung: Die Matrice 5TD verfügt über ein Flight Termination System (FTS). DJI beschreibt dies als zentrale technische Voraussetzung für die C6-Klassifizierung, das bei einer Verletzung von Geocaging-Grenzen manuell oder automatisch ausgelöst werden kann.
C6 ist die erforderliche Klassen-Kennzeichnung für STS-02 – das europäische Standardszenario für Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS). Ein Betrieb nach STS-02 basiert auf einer einfachen Betriebserklärung gegenüber Ihrer nationalen Luftfahrtbehörde anstelle einer aufwendigen individuellen Betriebsgenehmigung – und diese Erklärung wird in allen EASA-Mitgliedstaaten anerkannt. Für europäische Betreiber kann der Unterschied zwischen dem standardisierten Erklärungsweg und einem individuellen SORA-Verfahren viele Monate Zeitersparnis bedeuten.
Ob ein spezifisches Fluggerät und dessen Konfiguration tatsächlich die C6-Kennzeichnung trägt, klären Hersteller und Behörden. Es lohnt sich, diese Frage frühzeitig zu adressieren, da sie den gesamten Projektzeitplan bestimmt. Unser regulatorisches Beratungsteam unterstützt Betreiber gezielt bei genau diesen Fragestellungen.
Die Rolle von AirHub
Ein Dock, das über die gesamte Schicht hinweg einsatzbereit ist, fliegt ungleich häufiger. Jeder dieser Flüge erfordert eine präzise Routenplanung, ein aktives Monitoring des Lagebilds und eine lückenlose Dokumentation im Nachgang. Dieser Arbeitsaufwand wächst proportional zur Fluganzahl – und genau hier setzt AirHub an.
Sergey ergänzt:
„Die höhere Fluggeschwindigkeit der neuen Matrice 5TD in Kombination mit AirHubs SmartDispatch und der intelligenten Routenplanung ermöglicht es BOS-Kräften, noch schneller als bisher vor Ort zu sein.“
Missionsplanung und hinterlegte Routen im Missionseditor stellen sicher, dass Alarmierungs- oder Patrouillenflüge stets reproduzierbar ablaufen und Einsätze direkt vergleichbar bleiben. Live-Operationen und ein einheitliches Lagebild im Drone Operations Center sorgen dafür, dass Entscheidungsträger in Echtzeit sehen, was die Drohne erfasst. Flottenmanagement behält Fluggeräte, Docks und Piloten im Blick – inklusive rechtssicherer Flugaufzeichnungen, die jeder behördlichen Prüfung standhalten.
AirHub ist von Grund auf herstellerunabhängig konzipiert. Angesichts immer kürzerer Hardware-Zyklen ist dies ein entscheidender Vorteil: Eine Plattform, die an einen einzigen Hersteller gebunden ist, limitiert Ihre Flottenentscheidungen für die gesamte Laufzeit des Programms.
AirHub ist zudem ein europäisches Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden. Die Plattform ist nach ISO 27001 und ISO 9001 zertifiziert, entspricht vollständig der DSGVO sowie europäischen Datenschutzanforderungen und kann wahlweise On-Premise oder in einer Private Cloud betrieben werden – ideal für Organisationen, die die uneingeschränkte Kontrolle über ihre Einsatzdaten behalten müssen.
Auf unseren Seiten für Öffentliche Sicherheit und Werkschutz erfahren Sie im Detail, wie die Komponenten ineinandergreifen. In Kürze zeigen wir Ihnen das neue Dock im Live-Einsatz mit AirHub.






