Stephan van Vuren
Drohnenregulierung aktuell: Was der Juni 2026 für Betreiber bedeutet

Der Juni war ein ereignisreicher Monat für die Drohnenregulierung. In jeder Region gab es Entwicklungen, die sich darauf auswirken, wie Betreiber planen, Luftfahrzeuge registrieren oder Konformitätsnachweise erbringen – von einer dänischen Anhörung zur verpflichtenden Remote ID bis hin zum Spatenstich auf dem neuen Forschungsgelände der FAA in Oklahoma. Wenn Sie eine Flotte, eine Leitstelle oder eine Compliance-Abteilung leiten, fasst dieses Update zur Drohnenregulierung zusammen, was sich geändert hat und warum es für Sie wichtig ist.
Europa: Identifizierung, Zoneneinteilung und Datenzugriff machen Fortschritte
Die norwegische Luftfahrtbehörde Luftfartstilsynet hat am 5. Juni die Flugstatistiken für Betreiber der Kategorie „Speziell“ für das Jahr 2025 veröffentlicht. Betreiber mit einer Betriebsgenehmigung verzeichneten 23.469 Flugstunden, was einen leichten Rückgang gegenüber den 25.000 Stunden des Vorjahres darstellt. Die Behörde führt dies darauf zurück, dass Betreiber nach der Einführung der C-Klassifizierung in die Kategorie „Offen“ gewechselt sind, sowie auf das Auslaufen einiger Großverträge. Von der Gesamtstundenzahl entfielen 11.502 Stunden auf die Kategorie „Speziell“ selbst, mit einem klaren Schwerpunkt auf VLOS gegenüber BVLOS.
Die dänische Trafikstyrelsen hat am 29. Juni ein Anhörungsverfahren zu einem Entwurf für eine geänderte Drohnenverordnung eingeleitet. Die wichtigste Änderung ist eine verpflichtende Remote ID oder eine andere Form der Fernidentifizierung für jede Drohne über 250 g sowie für leichtere, mit Sensoren ausgestattete Drohnen beim Fliegen in sicherheitskritischen Zonen. Der Entwurf sieht außerdem neue Abstandsanforderungen im Umkreis von Handelshäfen, Flugplätzen, Gefängnissen und zwei königlichen Residenzen vor und gewährt der Polizei direkten Zugriff auf die Logbücher der Betreiber. Soweit die Regeln verabschiedet werden, treten sie am 1. Januar 2027 in Kraft. Das Konsultationsverfahren endet am 21. August 2026, sodass Betreiber noch Zeit haben, eine Stellungnahme abzugeben.
Das deutsche Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat in diesem Monat eine Ausfüllhilfe für Drohnen-Antragsformulare herausgegeben, um Fehler zu minimieren, die die Bearbeitung von Genehmigungen verzögern. Dies ist Teil der umfassenderen Bemühungen des LBA, die Bearbeitung von Drohnenanträgen zu modernisieren.
In Italien hat die ENAC am 24. Juni die Konsultation zu einem Verordnungsentwurf für UAS-Geozonen eingeleitet. Der Entwurf legt fest, wie Italien die gemäß der EU-Verordnung 2019/947 erforderlichen geografischen Zonen definieren, verwalten und kommunizieren wird – ein Schritt, der für jeden Betreiber von Bedeutung ist, der Einsätze in der Nähe von Sperrgebieten oder kontrolliertem Luftraum plant.
Die Zivilluftfahrtbehörde des Oman hat ein Update veröffentlicht, mit dem ihr Programm für Advanced Air Mobility (AAM) von der strategischen Vision in die schrittweise Umsetzung übergeht. Darin enthalten sind die nächsten Meilensteine für die Integration von AAM und UAS in den omanischen Luftraum.
Amerika: Infrastruktur und schnellerer Zugang für Betreiber
Am 25. Juni haben das US-Verkehrsministerium und die FAA den Spatenstich für das Projekt „Vertical Take-Off and Landing Procedures and Analysis Range“ (V-PAR) am Mike Monroney Aeronautical Center in Oklahoma City gesetzt. Die rund 8,3 Millionen US-Dollar teure Anlage umfasst einen Vertiport, einen überdachten Hangar und eine kleine Kontrollzentrale. Sie wird die Erforschung von Wirbelschleppentrennung, Downwash- und Outwash-Effekten, Funkfrequenzstörungen und Vertiport-Betriebsabläufen für elektrische und hybride VTOL-Luftfahrzeuge unterstützen.
Die ANAC präsentierte die neue Drohnenregulierung Brasiliens auf der DroneShow Latin America, der größten Drohnenmesse der Region, und erläuterte der Branche die Änderungen, die sich für Betreiber im Rahmen der aktualisierten Vorschriften ergeben.
Das peruanische Ministerium für Verkehr und Kommunikation hat ein virtuelles Akkreditierungssystem eingeführt, das die Akkreditierungszeit für Drohnenpiloten von Tagen auf Minuten verkürzt. Dies ist ein praxisnahes Beispiel dafür, wie eine Behörde bürokratische Hürden für die von ihr beaufsichtigten Betreiber abbaut, anstatt neue zu schaffen.
Asien-Pazifik: Fahrpläne und Personalstrukturen
Das japanische MLIT und das METI haben einen aktualisierten Fahrplan sowie Version 2 des Betriebskonzepts für fliegende Autos veröffentlicht. Damit wird der Weg für AAM-Dienste über die Osaka-Kansai Expo hinaus geebnet.
Die australische CASA hat neue Leitfäden für Schlüsselpersonal herausgegeben, um Inhabern von RPAS-Betreiberzeugnissen die Identifizierung, Ernennung und Verwaltung der für ihren Betrieb erforderlichen Schlüsselrollen zu erleichtern und so die Personalstruktur in diesem Sektor zu stärken.
Normungsgremien: Schaffung des technischen Fundaments
Die Arbeit an Normen und Standards macht selten Schlagzeilen, entscheidet aber darüber, was Betreiber in wenigen Jahren nachweisen müssen. Das ASTM-Komitee für digitale Informationen in der Lieferkette hat am 25. Juni einen neuen Leitfaden (WK99450) vorgeschlagen, der einen Rahmen für den Einkauf, die Authentifizierung und die Rückverfolgbarkeit der in Drohnen verwendeten Materialien und Komponenten festlegt. Ziel ist es, Betreibern in den Bereichen öffentliche Sicherheit, Infrastruktur, Landwirtschaft, Verteidigung und gewerbliche Nutzung mehr Vertrauen in die Lieferkette ihrer Fluggeräte zu geben. Dies ist ein Bereich, der eng mit den Garantien zur Datensicherheit und Datensouveränität verknüpft ist, die wir in unserem Trust Center ausführlich beschreiben.
EUROCAE hat am 5. Juni die Richtlinie ED-341 veröffentlicht, die praktische Anleitungen für den Nachweis der Einhaltung der Operational Safety Objectives (OSO) für SAIL III und IV im Rahmen von SORA bietet. Die EASA erkennt das Dokument als anerkanntes Nachweisverfahren (Acceptable Means of Compliance) für die nicht-designbezogenen OSOs in SORA Annex E an. Damit ist es für jeden Betreiber von direkter Bedeutung, der seinen eigenen SORA 2.5-Konformitätsprozess durchläuft.
Zudem hat EUROCAE im Juni die Konsultation zu zwei weiteren Standards eröffnet. ED-347, das seit dem 19. Juni zur Konsultation ausliegt, definiert die Schnittstelle zwischen dem UAS-Betreiber und dem Netzwerk-Identifizierungsdienst, der gemäß der EU-U-Space-Verordnung 2021/664 erforderlich ist. ED-355, seit dem 26. Juni in der Konsultation, legt Mindestleistungsstandards für kooperative Überwachungssysteme zur Unterstützung von Ausweichmanövern (Detect-and-Avoid) fest. Beide Konsultationen laufen bis in den August hinein und bieten Betreibern und Herstellern die Möglichkeit, Feedback einzureichen.
Die Global UTM Association feierte am 27. Juni ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Rückblick auf die Entwicklung des UTM-Ökosystems seit 2016 – von ersten Konzeptarbeiten bis hin zu aktiven U-Space-Diensten und zertifizierten Anbietern.
Was das für Ihren Betrieb bedeutet
Zusammenfassend weisen die Updates des Monats Juni in eine klare Richtung: Identifizierung, Zoneneinteilung und Rückverfolgbarkeit entwickeln sich von optionalen Zusatzleistungen zu Standardanforderungen. Die dänische Remote-ID-Anhörung, die italienische Konsultation zu geozonalen Einschränkungen und der EUROCAE-Netzwerkidentifikationsstandard befassen sich alle mit derselben Kernfrage: Wie können Behörden und Betreiber feststellen, was wo fliegt? Gleichzeitig haben mehrere Regulierungsbehörden im Juni bürokratische Hürden abgebaut, sei es durch die schnellere Akkreditierung in Peru, die Ausfüllhilfe in Deutschland oder die Investitionen der FAA in die AAM-Forschungsinfrastruktur.
Für Teams, die Drohnenprogramme in den Bereichen öffentliche Sicherheit, Infrastruktur oder Sicherheitsdienste leiten, lautet die Empfehlung für die Praxis: Behalten Sie die Konsultationsfristen in Ihren Märkten im Auge und richten Sie sich schon jetzt auf Identifizierung und Rückverfolgbarkeit ein, anstatt diese Themen als zukünftige Compliance-Projekte zu behandeln.
AirHub verfolgt diese Entwicklungen jeden Monat für Sie, damit Sie sich ganz auf Ihre Arbeit konzentrieren können. Wenn Sie eine Plattform nutzen möchten, die auf denselben Prinzipien von Transparenz und Verantwortlichkeit basiert, die auch Regulierungsbehörden fordern, buchen Sie eine Demo.