
Nerissa Goedhart
Leitstellen, CAD-Anbieter und wie die Drohnenintegration tatsächlich funktioniert

Die Leitstelle entscheidet darüber, ob ein „Drone as First Responder“-Programm (DFR) zur Routine wird. Die Drohne und die Dockingstation sind zwar die Teile, die gerne fotografiert werden, aber entscheidend für den täglichen Einsatz ist, ob sich die Drohne nahtlos in die Systeme einfügt, die ein Disponent bereits geöffnet hat.
Dieser Blog zeigt, wie diese Verbindung funktioniert: was die computergestützte Einsatzleitung (CAD) leistet, wo eine Drohne daran anbindet, wie Live-Videos aus der Luft auf den Bildschirmen landen, die Ihre Operatoren bereits nutzen, und was Sie Ihre bestehenden Anbieter fragen sollten, bevor Sie sich festlegen.
Was das CAD-System tut und wo die Drohne ins Spiel kommt
Die computergestützte Einsatzleitung (Computer-Aided Dispatch, CAD) ist das System, das einen eingehenden Notruf entgegennimmt, ihn in einen strukturierten Einsatzbericht mit Typ, Ort und Priorität umwandelt und ihm Ressourcen zuweist. Alles, was in einer Leitstelle passiert, läuft über dieses System.
Ein DFR-Programm klinkt sich an einer bestimmten Stelle in diesen Ablauf ein: in dem Moment, in dem ein Einsatz angelegt und klassifiziert wird. Dieser Datensatz enthält bereits alles, was für eine Startentscheidung benötigt wird, nämlich den Einsatzort und die Art des Vorfalls. Die Frage der Integration ist also klar umgrenzt: Kann der Einsatzdatensatz das Drohnensystem schnell und zuverlässig genug erreichen, um den Start auszulösen?
Es gibt im Wesentlichen drei Möglichkeiten, wie diese Verbindung aufgebaut wird. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Entscheidungskompetenz das CAD-System übergibt.
Durch die Einsatzleitung ausgelöst. Der Einsatzdatensatz wird direkt an AirHub übertragen. Ein Einsatz eines qualifizierenden Typs startet den DFR-Workflow: Die am besten positionierte Dockingstation wird ausgewählt, eine Route unter Berücksichtigung von Wetter, Luftraum und Flugverbotszonen berechnet und die Drohne startet unter Aufsicht eines Operators. Das ist die Variante, die die schnellste Reaktionszeit bietet, da niemand Daten manuell neu eingeben muss.
Vom Disponenten initiiert, durch CAD gestützt. Der Vorfall wird im Drohnensystem parallel zum CAD-Datensatz angezeigt, und ein Operator bestätigt den Start mit einer einzigen Aktion. Das dauert zwar einige Sekunden länger, ist aber oft der richtige Ausgangspunkt, da die Leitstelle so Vertrauen in das System aufbauen kann, bevor sie die Entscheidung vollständig automatisiert.
Einweg-Datenfluss im Nachhinein. Die Flugdaten fließen zur Berichterstattung und Überprüfung zurück in den Einsatzbericht, ohne dass das CAD-System einen Start auslöst. Diese Anbindung ist in jedem Fall von Anfang an sinnvoll – unabhängig davon, welche der anderen beiden Optionen Sie wählen –, da sie den Einsatzbericht erst vollständig macht.
Das Live-Bild auf die vorhandenen Bildschirme bringen
Der zweite Teil der Integration betrifft das Videobild, und dieser Bereich ist erfreulicherweise besser standardisiert.
AirHub überträgt die Drohnenaufnahmen über Streaming-Protokolle wie RTSP und RTMP in ein Videomanagementsystem (VMS) – Protokolle, die die meisten Videosysteme in Leitstellen standardmäßig unterstützen. Dadurch erscheint das Live-Bild aus der Luft direkt neben den Feeds der stationären Kameras auf denselben Bildschirmen. Genau das sorgt dafür, dass ein Drohnenprogramm im Alltag auch tatsächlich genutzt wird.
Für Organisationen, die ein Echtzeit-Lagezentrum (Real Time Crime Centre) betreiben, ist dies der Punkt, an dem die Drohne das bestehende Lagebild perfekt ergänzt: Stationäre Kameras decken ihre festen Bereiche ab, und die Drohne schließt die Lücken dazwischen (und darüber).
Der Videoweg funktioniert jedoch auch in die andere Richtung. Während es im vorherigen Abschnitt darum ging, Drohnenaufnahmen an Ihr Videomanagementsystem zu senden, führt das Drone Operations Centre verschiedene Feeds zusammen: Mehrere Live-Videoquellen, Karten und Daten werden in einer gemeinsamen Ansicht dargestellt, sodass Operatoren, Einsatzleiter und bei Bedarf auch externe Stellen mit demselben Lagebild arbeiten. Auch Counter-UAS-Sensoren (Drohnenabwehr) speisen ihre Daten in diese Ansicht ein, sodass Aktivitäten im Luftraum rund um einen Einsatz direkt neben dem Geschehen am Boden sichtbar sind.
Welche Voraussetzungen auf Ihrer Seite erfüllt sein müssen
Bei der Integration geht es meist weniger um das Drohnensystem selbst, sondern vielmehr um vier Faktoren in Ihrer eigenen IT-Umgebung.
Der Einsatzdatensatz muss eine nutzbare Standortangabe enthalten. Erforderlich ist ein strukturiertes Koordinaten- oder Adressfeld, kein Freitext in einem Notizfeld. Dies ist die häufigste Hürde und sollte als Erstes überprüft werden.
Einsatzarten müssen einheitlich klassifiziert werden. Ein automatischer Start basiert auf klaren Regeln. Und eine Regel funktioniert nur, wenn Ihre Disponenten Einsätze identisch codieren. Wenn die Klassifizierung je nach Schicht variiert, muss dies vor einer Automatisierung vereinheitlicht werden.
Es muss klare Zuständigkeiten für die Schnittstelle geben. CAD-Umgebungen in der BOS-Welt (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) sind häufig stark individualisiert, manchmal durch Drittanbieter. Klären Sie frühzeitig, wer Änderungen an Ihrem System vornehmen darf und wie die Zeitpläne aussehen – dieser Prozess dauert oft länger als die eigentliche Beschaffung der Drohnentechnologie.
Die Sicherheitsüberprüfung dauert genauso lange wie die technische Implementierung. Alles, was die Einsatzleitung betrifft, muss durch die Informationssicherheit geprüft werden. In Behörden und öffentlichen Organisationen ist dies ein Prozess mit eigenen, oft langwierigen Zeitabläufen.
Fragen an Ihren CAD-Anbieter
Fünf Fragen in einer Reihenfolge, die Ihnen am meisten Zeit spart:
Stellt das System Einsatzdaten über eine Schnittstelle (API) zur Verfügung und ist diese dokumentiert?
Kann ein Drittanbieter die Einsatzdaten direkt abonnieren oder muss jede Integration über Sie als Hersteller laufen?
Was kostet eine Anpassung (Change Request) und wie lange dauert die Umsetzung?
Gibt es bereits bestehende Drohnen- oder mobile Systemintegrationen, die wir uns ansehen können?
Und welche Sicherheitsanforderungen gelten für ein externes System, das Einsatzdaten empfängt?
Stellen Sie diese Fragen, bevor Sie sich für eine Software entscheiden. Die Antworten verändern erfahrungsgemäß oft das gesamte Konzept des Programms und nicht selten die Reihenfolge, in der es aufgebaut wird.
Wo die Daten verarbeitet werden
Alles, was mit Einsatzdaten in Berührung kommt, wirft schnell die Frage auf, wo diese verarbeitet und gespeichert werden. Im Bereich der öffentlichen Sicherheit ist dies eine der ersten Fragen.
AirHub ist ein europäisches Unternehmen. Die Plattform ist nach ISO 27001 und ISO 9001 zertifiziert, arbeitet in strikter Übereinstimmung mit der DSGVO sowie den europäischen Datenschutzbestimmungen und kann als On-Premise-Lösung oder in einer Private Cloud betrieben werden, wenn eine Organisation die volle Kontrolle über sensible operative Daten benötigt. Für eine Integration, die Live-Einsatzdaten nutzt, ist diese Option oft der Schlüssel, um die Sicherheitsüberprüfung unkompliziert und zügig zu durchlaufen.
Wie Sie am besten starten
Der bewährte Weg ist ein schrittweiser Ansatz. Prüfen Sie zunächst, welche Daten Ihre CAD-Umgebung bereitstellen kann und wer für Änderungen zuständig ist. Legen Sie fest, welche Einsatzszenarien einen automatischen Start rechtfertigen. Beginnen Sie mit einem vom Disponenten manuell gestarteten Flug, damit das Team Vertrauen aufbauen kann, bevor das System die Entscheidung übernimmt. Integrieren Sie das Live-Video frühzeitig in Ihr VMS, da das Drohnenprogramm dadurch für alle Beteiligten sofort greifbar und sichtbar wird. Automatisieren Sie den Start-Trigger erst dann, wenn alle anderen Abläufe eingespielt sind.
Unsere Informationsseite für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zeigt Ihnen, wie die einzelnen Komponenten ineinandergreifen. Wir beraten Sie gerne dazu, wie eine Integration in Ihrer spezifischen Umgebung aussehen kann.


