Stephan van Vuren

Stephan van Vuren

Ein lückenloser Workflow: Wie moderner Drohneneinsatz in der öffentlichen Sicherheit vom CAD bis zur Dock-Flotte funktioniert

Polizeibeamte in einer Leitstelle, die Drohneneinsätze zur öffentlichen Sicherheit auf Live-Bildschirmen steuern

Moderne Polizeikräfte kaufen heute keinen nackten Sensor, sondern einen kompletten Workflow. Die Drohne ist nur ein Teil davon.

Dieser Unterschied ist wichtiger, als es zunächst klingen mag. Eine Drohne für sich allein ist lediglich eine Kamera an einem fliegenden Stab. Ein Drohnenprogramm hingegen ist ein präzise aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem: Ein Notruf geht ein, ein Luftfahrzeug startet, ein Live-Feed erreicht die Leitstelle, Spezialeinsatzkräfte vor Ort handeln danach, der Luftraum bleibt sicher, die Beweiskette wird lückenlos gewahrt und die Flotte bleibt allzeit einsatzbereit. Die Drohne selbst ist in dieser Kette nur ein einziges Glied. Die Plattform, die diese gesamte Kette zuverlässig zusammenhält, ist das eigentliche System, das die Behördenleitung beschafft.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie ein moderner Drohneneinsatz für die öffentliche Sicherheit im Jahr 2026 von Anfang bis Ende ablaufen sollte. Es ist genau das Modell, auf dem AirHub basiert. Die Polizei von Dubai betreibt dieses System bereits erfolgreich als aktives, stadtweites „Drone as a First Responder“-Netzwerk (DFR). Genau in diese Richtung bewegen sich derzeit führende Sicherheitsbehörden in ganz Europa und dem Nahen Osten.

Das Szenario auf den Punkt gebracht

Ein Notruf meldet eine bewaffnete Person an einer Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs. Das computergestützte Einsatzleitsystem (CAD) erfasst den Vorfall. AirHub empfängt das Ticket automatisch, identifiziert die nächstgelegene Dockingstation auf einem Dach, startet die angedockte Drohne autonom und streamt bereits nach wenigen Sekunden den Live-Video-Feed direkt zur zuständigen Leitstelle. Eine integrierte KI-Ebene markiert sofort eine Person, die der Beschreibung entspricht. Die integrierte Counter-UAS-Sensorik stellt gleichzeitig sicher, dass sich keine feindlichen Drohnen im Luftraum befinden. Der Live-Feed wird in der Zentrale direkt neben den Bildern der stationären Überwachungskameras angezeigt und zeitgleich auf die Mobilgeräte der Einsatzkräfte vor Ort übertragen. Jede Aktion, jedes Videobild und jeder Steuerungsbefehl wird gerichtsverwertbar protokolliert. Nach dem Einsatz kehrt das Luftfahrzeug selbstständig zum Dock zurück, lädt die Akkus und ist rechtzeitig vor dem nächsten Vorfall wieder startklar. Ein Fernpilot überwacht den gesamten Flug aus der Ferne, ohne selbst vor Ort sein zu müssen.

Das ist der geschlossene Kreislauf. Und so sieht die technische Umsetzung im Detail aus:

Phase 1: Das Einsatzleitsystem initiiert den Workflow

Der Auslöser ist immer das Einsatzleitsystem (CAD). Hier – ob über Hexagon, Frequentis oder eine regionale Plattform – wird aus einem 112- oder 911-Anruf ein strukturierter Einsatz mit Standort, Priorität, Einsatzart und zugewiesenen Kräften.

Damit ein Drohnenprogramm im Realeinsatz echten Mehrwert bietet, muss das Leitsystem die Drohnenplattform vollautomatisch ansteuern. Ein manueller Workflow, bei dem ein Disponent erst zum Telefon greift, um eine Drohne anzufordern, kostet wertvolle Minuten, die man im Ernstfall nicht hat. Bei „Drone as a First Responder“-Einsätzen wird die Zielreaktionszeit in Sekunden gemessen. Die Polizei von Dubai arbeitet stadtweit mit einer Zielvorgabe von unter 90 Sekunden – eine Zeit, die ohne eine tiefe CAD-Integration schlicht unerreichbar ist.

AirHub bindet sich über eine offene API nahtlos an bestehende Einsatzleitsysteme an. So kann ein im CAD-System angelegter Vorfall direkt einen automatischen Drohnenstart auslösen. Einsatzart und Einsatzort bestimmen vollautomatisch das nächstgelegene Dock, die optimale Flughöhe, den vordefinierten Kamerawinkel und die auf dem Flugweg zu aktivierenden Sensoren.

Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Der Disponent arbeitet in seiner gewohnten Umgebung weiter. Die Drohne wird für ihn zu einem ganz normalen, weiteren Einsatzmittel, das er flexibel anfordern kann.

Phase 2: Das Dock übernimmt den Einsatzbefehl

Als Nächstes folgt der Start. Bei einem professionellen Drohnenprogramm geschieht dies vollkommen autark, ohne dass Personal das Dach betreten muss.

Ein Dock – sei es ein DJI Dock, ein Skydio Dock oder ein anderes von AirHub orchestriertes Drone-in-a-Box-System – ist auf dem Dach einer Dienststelle, einem Mast oder einem Turm installiert. Sobald der CAD-gesteuerte Befehl eingeht, öffnet sich das Dock, das Luftfahrzeug startet, fliegt auf die konfigurierte安全höhe und steuert direkt den Einsatzort an. Der Operator in der Leitstelle sieht die Startbestätigung, den Live-Feed und die Flugdaten bereits wenige Sekunden nach der Ticketerstellung.

Die Drohne fliegt dabei keineswegs blind: AirHub hat im Hintergrund bereits den Luftraum geprüft, die Geofences validiert, die relevanten Betriebs- und Ausweichräume definiert und eine Flugroute gewählt, die alle Sicherheitsabstände zum Boden einhält. Der gesetzlich vorgeschriebene Fernpilot (Remote Pilot in Command) überwacht den Flug lediglich aufmerksam aus der Distanz. Dies entspricht den aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen und ermöglicht es erst, Drohnenprogramme weit über die Grenzen des herkömmlichen, manuellen Sichtflugs hinaus zu skalieren.

Für Behörden, die sowohl fest installierte Docks als auch mobile Drohnenteams im Feld nutzen, läuft dieser Workflow parallel. Ein Streifenwagen mit einer Drohne im Kofferraum kann über AirHub genauso nahtlos angesteuert werden wie ein festes Dock. Der Disponent muss nicht wissen, welches Einsatzmittel näher am Geschehen ist – die Plattform übernimmt diese Entscheidung für ihn.

Phase 3: KI-Bilderkennung liefert handlungsrelevante Daten

Ein Live-Videobild ist hilfreich. Ein Live-Feed, der relevante Objekte automatisch erkennt und markiert, ist im Einsatz entscheidend.

Künstliche Intelligenz direkt auf der Drohne und auf der Plattformebene kann Objekte wie Personen, Fahrzeuge oder Anomalien dank spezialisierter Module autonom erfassen und klassifizieren. Das Luftfahrzeug nimmt die Szenerie auf, und die KI-Ebene wandelt die Videodaten in strukturierte Ereignisse um. Eine Person, die auf die Beschreibung des Tatverdächtigen passt, wird sofort als Alarmmeldung mit Zeitstempel und genauen Koordinaten markiert – anstatt in zwanzig Minuten Videomaterial unterzugehen.

Für den Operator verwandelt sich passives Beobachten dadurch in gezieltes Aufklären. Ein einziger Operator kann problemlos mehrere Live-Feeds gleichzeitig überwachen, da die KI die primäre Analyse übernimmt.

Auch für die anschließende Ermittlungsarbeit ist diese KI-Ebene ein Gamechanger. Eine Suchanfrage wie „Zeige mir alle Fahrzeuge, die das Südtor zwischen 22:00 und 23:00 Uhr passiert haben“ ist in Sekunden erledigt und erspart stundenlanges, manuelles Sichten von Videomaterial.

Wichtig ist dabei: Die KI dient rein zur Unterstützung des Menschen. Die Plattform bereitet Informationen auf – die finale Entscheidung trifft immer der Mensch. AirHub ist ganz bewusst um diese klare Grenze herum entwickelt worden, um sicherzustellen, dass unsere Drohnenprogramme jeder Überprüfung durch Staatsanwaltschaften, Datenschutzbeauftragte oder Vergabeprüfer standhalten.

Phase 4: Counter-UAS „Detect and Avoid“ sichert den Luftraum

Sobald eine Polizeidrohne in der Luft ist, stellt sich sofort eine zweite, ebenso kritische Frage: Was befindet sich noch in diesem Luftraum?

Hier kommt die Counter-UAS-Ebene (Drohnenabwehr) ins Spiel. Detektionssensoren wie Radar, Hochfrequenzempfänger (RF), Akustik, Remote-ID-Empfänger und optische Systeme speisen ihre Daten direkt in dieselbe Lagekarte ein, auf der sich auch die eigene Drohne bewegt. Kooperativer bemannter Luftverkehr wird via ADS-B dargestellt, Segelflieger und Leichtflugzeuge via FLARM, und nicht-kooperative Drohnen über die Counter-UAS-Sensorik.

Für den Operator bringt das zwei entscheidende Vorteile: Erstens die Konfliktvermeidung (Deconfliction). Nähert sich beispielsweise ein Polizeihubschrauber, sinkt die Drohne automatisch ab oder weicht aus – noch bevor einer der Piloten einen Funkspruch absetzen muss. Zweitens sorgt es für ein präzises Lagebild. Eine unbefugte Drohne, die sich dem Einsatzort nähert, wird sofort als Bedrohung auf der Karte dargestellt – inklusive Klassifizierung, Flugrichtung und Wahrscheinlichkeitswert.

Im AirHub-Ökosystem übernimmt dies das SecHub-Modul – eine herstellerunabhängige Sensor-Fusion- und Counter-UAS-Engine, die Erkennung, Bewertung und Abwehr in einem einzigen, gemeinsamen Lagebild bündelt. Für Sicherheitsbehörden ist diese Kombination unverzichtbar geworden. Ein Drohnenprogramm, das die Counter-UAS-Dimension ignoriert, wird früher oder später auf Probleme im Luftraum stoßen, die es schlicht nicht kommen sehen konnte.

Phase 5: VMS-Integration bringt den Feed direkt in die Leitstelle

In der Einsatzzentrale arbeitet man selten mit einer reinen Drohnensoftware. Dort nutzt man etablierte Videomanagementsysteme (VMS) wie Genetec Security Center, Milestone XProtect oder Hexagon HxGN OnCall. Die Operatoren sind auf diese Systeme geschult. Sie im Ernstfall zu zwingen, das gewohnte VMS zu verlassen, um auf ein separates Drohnen-Dashboard zu schauen, widerspricht jedem guten UX-Design.

Eine professionelle Architektur integriert den Drohnen-Feed direkt im VMS als native Videoquelle – direkt neben den Bildern der stationären Überwachungskameras, Bodycams oder Kennzeichenleser (ANPR). AirHub streamt über extrem flexible, offene Protokolle wie RTSP und RTMP. Dadurch kann jedes gängige VMS den Drohnen-Feed ohne aufwendige Sonderanpassungen als Standard-Videokanal empfangen.

Das erleichtert die Arbeit in der Leitstelle immens: Das Livebild der Drohne läuft direkt neben der Kamera des Streifenpolizisten im nächsten Fenster. Die Counter-UAS-Erkennung blendet Alarme direkt auf dem Monitor ein. Ein Operator, ein Tool, ein geschlossenes Lagebild.

Hier schließt SecHub den Kreis: Genau das VMS, das den Drohnen-Feed zeigt, stellt auch die Counter-UAS-Erkennungen dar. So kann der Operator, der die Bedrohung sieht, auch sofort die nötigen Maßnahmen einleiten.

Phase 6: Flexibles Video-Sharing für die Kräfte vor Ort

Nicht jeder, der das Livebild benötigt, sitzt in der Leitstelle. Oft braucht die anfahrende Streife, der Einsatzleiter vor Ort, das SEK an der Absperrung oder die Staatsanwaltschaft im Bereitschaftsdienst Zugriff auf die Bilder – und das mit unterschiedlichen Berechtigungen und für unterschiedlich lange Zeiträume.

Moderne Drohnenplattformen machen das Teilen von Video-Feeds zu einer Kernfunktion. Ein sicherer Live-Link, ein zeitbegrenzter Token, präzise Benutzerrechte und eine mobiloptimierte Benzeroberfläche, die auf den Standard-Dienstgeräten der Beamten läuft. Mit AirHub können Operatoren in der Leitstelle den Feed in Sekundenschnelle an die richtigen Personen im Feld freigeben – ohne Dateien kopieren, Bildschirmaufnahmen anfertigen oder die Kontrolle über die Datensicherheit verlieren zu müssen.

Das Prinzip bleibt gleich: Der Video-Stream folgt dem Einsatzverlauf – genau zu den Personen, die ihn brauchen, und nur so lange, wie sie ihn benötigen.

Stage 7: Lückenlose Audit-Trails und gerichtsverwertbare Beweismittel

Jeder Schritt, der innerhalb dieses Workflows stattfindet, wird lückenlos dokumentiert. Dies ist kein nachträgliches Feature, sondern ein von Grund auf tief in der Plattform verankertes Sicherheitsmerkmal.

Flugprotokolle, Piloten-IDs, Luftraumfreigaben, angewendete Geofences, definierte Sicherheitszonen, KI-Ereignisse, Counter-UAS-Meldungen, Videosegmente sowie Protokolle darüber, wer wann welchen Feed gesehen hat und welche Streife wie lange Zugriff hatte: Alles wird manipulationssicher mit Zeitstempeln versehen und archiviert.

Das ist für drei Zielgruppen von elementarer Bedeutung: Erstens für die Justiz, da Drohnenaufnahmen vor Gericht nur dann verwertbar sind, wenn die Beweiskette (Chain of Custody) lückenlos nachgewiesen ist. Zweitens für die Luftfahrtbehörden, da jede BVLOS-Genehmigung (Fliegen außerhalb der Sichtweite) und jedes Überfliegen von bewohntem Gebiet an die Pflicht zur transparenten Betriebsdokumentation gekoppelt ist. Und drittens für die Behördenleitung selbst, um bei Jahresberichten oder Audits fundierte Daten per Mausklick statt durch wochenlange manuelle Recherche zu liefern.

AirHub versteht Protokolle als das solide, rechtssichere Gedächtnis Ihres Drohnenprogramms, das jeder behördlichen und gerichtlichen Überprüfung standhält.

Phase 8: Flottenmanagement hält die Docks allzeit bereit

Die letzte Phase entscheidet darüber, ob Ihr System auch beim nächsten Notruf zuverlässig funktioniert.

Ein Drohnendock nützt nur dann etwas, wenn es im Moment des Alarms einsatzbereit ist. Das bedeutet: Akkus geladen und innerhalb der zulässigen Ladezyklen, Propeller innerhalb ihrer Laufzeit, Sensoren kalibriert, Firmware aktuell, Geofences aktiv, Wetterdaten im grünen Bereich, Verbindung geprüft, Piloten im Dienstplan eingeteilt und alle Wartungsintervalle penibel eingehalten.

Bei einer Flotte von zwei oder drei Docks lässt sich das noch manuell organisieren. Bei einer Flotte von einhundert Docks entscheidet ein automatisiertes Flottenmanagement über den Erfolg des gesamten Programms.

AirHub integriert das professionelle Flottenmanagement direkt in die Plattform. Jedes Dock, jedes Luftfahrzeug, jeder Akku und jeder Pilot hat einen klar definierten Status, den der Programm-Manager an einer zentralen Stelle einsehen kann. KI-gestützte Warnmeldungen weisen proaktiv auf anstehende Wartungen hin, bevor es zu Ausfällen kommt. Wartungsfenster werden intelligent um prognostizierte Spitzenzeiten herum geplant, Dienstpläne mit der Dockbereitschaft abgeglichen und Akkuzyklen exakt protokolliert.

Der Workflow ist das eigentliche Produkt

Wenn über Drohnenprogramme für die öffentliche Sicherheit gesprochen wird, steht meist das Fluggerät im Fokus. Die Drohne ist der sichtbare Teil – gleichzeitig ist sie jedoch der kleinste Baustein des Gesamtsystems, das Sicherheitsbehörden tatsächlich benötigen.

Was moderne Polizeikräfte und Rettungskräfte wirklich beschaffen müssen, ist eine Plattform, die die gesamte Kette lückenlos zusammenhält – vom ersten Bürgeranruf bis zur geschlossenen Ermittlungsakte. CAD-Integration an der Frontstruktur, autonomer Schnellstart in der Mitte, veredelt durch KI, Counter-UAS, VMS-Integration, sicheres Teilen von Videodaten, lückenlose Archivierung und vorausschauendes Flottenmanagement. Diese Plattform bleibt auf Wunsch vollkommen souverän On-Premise in Ihren eigenen Rechenzentren und arbeitet herstellerunabhängig mit Drohnen von DJI, Skydio, Parrot oder Systemen auf Open-Source-Basis.

Genau dafür wurden AirHub, SecHub und unser starkes Partner-Ökosystem entwickelt. Die Drohne liefert nur das Bild. Die Plattform liefert die Lösung.

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Das AirHub-Team fliegt eine DJI-Drohne

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Ein Realitätscheck: Der Weg nach vorne für die Drohnenindustrie

Mit dem Inkrafttreten der U-Space-Verordnung im letzten Monat wurde ein großer Schritt in der sich schnell entwickelnden Drohnenbranche gemacht. Aber ist U-Space die Allzwecklösung, die diese Branche braucht? Für mich lautet die kurzfristige Antwort "Nein". Es gibt noch viele Herausforderungen, die angegangen werden müssen, bevor wir Drohnen im großen Maßstab einsetzen und die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Vorteile ernten können. Lassen Sie mich einige hervorheben.


1. Harmonisierte Vorschriften

Mit der Einführung der Vorschriften der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) für unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS) am 31. Dezember 2020 zielte man darauf ab, die Drohnenvorschriften in der Europäischen Union zu harmonisieren und es Unternehmen zu erleichtern, Drohnen in ihre Arbeitsabläufe zu integrieren. Und obwohl ich ein großer Befürworter der EASA-Vorschriften bin, sind diese Ziele noch nicht erreicht worden.

Der EASA-Rahmen hat UAS-Operationen in die offenen, spezifischen und zertifizierten Kategorien unterteilt. Diese Einteilung bietet einen guten Ansatz, bei dem risikoarme Operationen in der offenen Kategorie mit klaren Regeln und Einschränkungen und risikoreiche Operationen in der zertifizierten Kategorie mit Vorschriften ähnlich denen für bemannte Flugzeuge und klaren Anforderungen und Einschränkungen sind. Das Problem liegt in der spezifischen Kategorie, wo UAS-Operationen mit den größten erwarteten sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen stattfinden.

Die spezifische Operationsrisikobewertung (SORA) wurde innerhalb dieser Kategorie eingeführt, um das Risiko eines bestimmten Operationstyps zu bewerten und die Anforderungen an Piloten, Flugzeuge und Organisationen festzulegen, um sichere Operationen durchzuführen. Obwohl SORA ein großartiges Werkzeug ist, ist es für Unternehmen ohne Erfahrung in der Luftfahrtindustrie oder anderen risikoreichen Branchen kompliziert zu verwenden und noch in Entwicklung, wobei viele Standards und empfohlene Praktiken fehlen.

Das Fehlen dieser Standards und empfohlenen Praktiken führt zu einer breiten Palette von Interpretationen unter den europäischen Zivilluftfahrtbehörden (CAAs). Dies beginnt mit dem erforderlichen Inhalt des Betriebskonzepts (ConOps) und erstreckt sich bis zur Interpretation der Bodengefahrenklasse (ein Hafen in Belgien gilt als bevölkertes Gebiet, während er in den Niederlanden als dünn besiedelt gilt), der Klassifizierung der Luftraumrisikoklasse (was stellt einen atypischen Luftraum dar?), den notwendigen Minderungen zur Reduzierung der ARC für BVLOS (beyond visual line-of-sight) Operationen und den Anforderungen zur Eindämmung, um zu verhindern, dass Drohnen benachbarten Luftraum oder Bodenbereiche betreten.

Diese Grauzonen machen es schwierig für UAS-Betreiber, SORA „korrekt“ anzuwenden, und für CAAs, Operationen in einheitlicher und effizienter Weise zu genehmigen, was zu langen Bearbeitungszeiten für Betriebsgenehmigungen führt. Dieses Problem betrifft auch den Prozess der grenzüberschreitenden Genehmigungen. Das Ziel der EASA-Vorschriften war es, ein gleiches Spielfeld für Drohnenoperationen in Europa zu schaffen, damit Betreiber ihre Operationen in allen Mitgliedstaaten problemlos durchführen können. Dies ist jedoch nicht die Realität, da UAS-Betreiber, die eine grenzüberschreitende Genehmigung beantragen, auf dieselben Probleme mit Interpretationsunterschieden unter den CAAs stoßen, was zu verzögerten oder abgesagten Operationen aufgrund hoher Kosten führt (d.h. es ist günstiger, einen „örtlichen Kerl“ zu mieten).

Person wearing a jacket with the AirHub logo standing outside while looking at a drone in the sky


2. Lizenzen und Zertifikate

Die Übernahme von Drohnentechnologie in verschiedenen Branchen, von Ersthelfern bis hin zu großen Unternehmen in den Bereichen Öl und Gas, Bauwesen und Versorgungsunternehmen, ist beeindruckend. Organisationen beginnen oft mit einem kleinen Proof of Concept und skalieren dann schnell ihre Drohnenteams, um die Möglichkeiten für komplexere Drohnenoperationen in städtischen Gebieten und über große Entfernungen zu erkunden. Um diese Operationen durchzuführen, benötigen Organisationen hochqualifizierte und erfahrene Drohnenpiloten. Es kann jedoch schwierig sein, sicherzustellen, dass Sie einen kompetenten Drohnenpiloten einstellen. In der bemannten Luftfahrt gibt es ein klares System mit zugelassenen Ausbildungseinrichtungen, die Piloten für verschiedene Arten von Flugoperationen ausbilden, von rekreativen Einmotorflügen bis hin zu Fluggesellschaftsoperationen. Diese Piloten durchlaufen standardisierte Prüfungen für ihre Grundlizenzen und spezifischen Flugzeug- und Betriebsbewertungen.

In der spezifischen Kategorie fehlt dieses System noch. Es ist herausfordernd für Piloten, ihre Qualifikationen und Erfahrungen zu demonstrieren, insbesondere mit der breiten Palette von spezifischen Zuversichts- und Integritätsniveaus (SAIL), Standard-Szenarien (STS) und vordefinierten Risikobewertungen (PDRA). Es ist schwierig, den Typ und den Inhalt der erforderlichen Ausbildung und Schulung, das erforderliche Fähigkeitsniveau, um Prüfungen zu bestehen (falls vorhanden), und eine europaweit anerkannte Lizenz mit den richtigen Bewertungen zu bestimmen.

Eine ähnliche Situation besteht bei den Anforderungen an die Lufttüchtigkeit für Drohnen, die in der spezifischen Kategorie betrieben werden können. Operationen in den niedrigen Risikokategorien (SAIL I und II) erfordern nur, dass der Betreiber die Lufttüchtigkeit der Drohne erklärt, während Operationen in den mittleren Risikokategorien (SAIL III und IV) einen Design Verification Report (DVR) der EASA benötigen.

Eine DVR-Anforderung ist keine schlechte Idee, insbesondere für Operationen, die innerhalb dieser SAIL-Typen durchgeführt werden könnten. Es fehlen jedoch viele Standards und akzeptable Mittel zur Einhaltung oder sind für Drohnenbetreiber nicht erreichbar. Das Erhalten eines DVR erfordert eine große Menge an Daten und Informationen über das Design und die Herstellung des Flugzeugs, die Bodenstation und die Betriebssysteme und -dienste, die oft nicht vom Hersteller verfügbar sind. Darüber hinaus ist der Prozess der Erlangung eines DVR von der EASA langwierig und teuer.

Darüber hinaus gilt ein DVR nur für eine Art von Operation (ConOps), was es insbesondere für kleine Hersteller unattraktiv macht, den Prozess des Erwerbs eines DVR für ihre Flugzeuge zu beginnen. Derzeit verfügt der größte Drohnenhersteller über keine Drohnen, für die ein DVR ausgestellt wurde, was es UAS-Betreibern unmöglich macht, die erforderlichen Daten und Informationen zu erhalten oder die erforderliche Anzahl an Flugtests durchzuführen, und sie somit daran hindert, komplexere Operationen durchzuführen.


3. Geschäftsszenario

Wie erwähnt, wird die Einführung von U-Space ein großer Schritt zur Ermöglichung der sicheren und effizienten Integration einer großen Anzahl von Drohnenflügen in unserem unteren Luftraum sein. Für die heutigen Operationen, die hauptsächlich manuell und innerhalb der Sichtlinie (VLOS) von mindestens einem Ferngedienten und oft einem oder mehreren zusätzlichen Beobachtern durchgeführt werden, wird U-Space jedoch nicht notwendig sein. Wenn wir "wollen", dass eine große Anzahl von Drohnenflügen Realität wird, muss dies aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht Sinn machen.

Um dies zu erreichen, benötigen wir - mindestens - einige Dinge: BVLOS-Operationen, Automatisierung von Flugoperationen und Automatisierung der Datenverarbeitung. In jedem Geschäft ist Skalierung oft erforderlich, um die Effizienz zu steigern, und dasselbe gilt für die Drohnenbranche. Die heutigen Operationen werden meist innerhalb der Sichtlinie des Ferngedienten durchgeführt, da BVLOS in vielen Ländern noch nicht ohne Schließung des Luftraums, in dem die Drohne betrieben wird, erlaubt ist. Ich muss zugeben, dass dies Sinn macht, solange es keine Anforderung gibt, dass bemannte und unbemannte Flugzeuge ihre Positionen gegenseitig übertragen, und die Standards für die dafür erforderliche Technologie noch fehlen. Glücklicherweise sehen wir in diesem Bereich sowohl von regulatorischer als auch technologischer Seite viel Fortschritt, sodass dieses Problem hoffentlich in den kommenden Jahren gelöst wird.

Allerdings reicht es nicht aus, sich nur gegenseitig zu „sehen“; es muss fortschrittliche Technologie entwickelt werden, um Kollisionen taktisch zu vermeiden, insbesondere bei der Durchführung von Operationen ohne direkten Befehls- und Kontrolllink zwischen dem Flugzeug und der Bodenstation, wie über 4G/5G oder Satellitenlinks. Diese Form der Automatisierung ermöglicht es dem Piloten, eine überwachende Rolle einzunehmen, anstatt das Flugzeug aktiv zu steuern. Während der Pilot allmählich aus der Schleife herausgenommen wird, wird letztendlich ein Pilot in der Lage sein, mehrere Drohnen gleichzeitig zu bedienen. Diese Kombination aus mehr mit weniger Menschen zu erreichen und größere Entfernungen zu überwinden, wird die Chancen auf ein positives Geschäftsszenario für viele komplexe Operationen erhöhen, einschließlich der viel gepriesenen „Letzten Meile“-Lieferung durch Drohnen.

Es ist eine Sache, Drohnen hochautomatisiert und BVLOS zu fliegen, aber die gesammelten Daten schnell in handlungsfähige Daten umzuwandeln, ist eine andere. Die Verarbeitung von Drohnendaten erfordert heute oft einen hochgradig manuellen Prozess, um die Daten von der Drohne auf einen Computer zu übertragen, sie auf eine (Cloud-) Plattform hochzuladen und in ein Endprodukt zu verarbeiten. Internetverbundene Drohnen, kombiniert mit zunehmender Rechenleistung und künstlicher Intelligenz, werden diesen Prozess in den kommenden Jahren optimieren und für die meisten Organisationen von entscheidender Bedeutung sein, um ein positives Geschäftsszenario zu haben.


4. Soziale Akzeptanz

Angenommen, alle regulatorischen und technologischen Hindernisse, die Wachstum ermöglichen würden, wurden überwunden und die Geschäftsszenarien erweisen sich als positiv. In diesem Szenario würden wir einen erheblichen Anstieg der Nutzung von Drohnen im unteren Luftraum sehen, nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in Städten. Für diejenigen in der Drohnenbranche wäre dies kein großes Problem, aber die Meinung der Allgemeinheit über Drohnen ist (noch) nicht positiv, wie viele Studien zeigen.

Dies stellt eine große Herausforderung für unsere Branche dar, da wir den Wert von Drohnen nicht nur einigen wenigen, sondern der gesamten Gesellschaft demonstrieren müssen, während wir die Nachteile, wie Lärm und visuelle Verschmutzung, minimieren. Zum Beispiel wissen viele Menschen nicht, wie Drohnen von Ersthelfern, wie Feuerwehren und Polizeibehörden, genutzt werden, um bei Brandbekämpfung, Kriminalitätsverhütung, Such- und Rettungsaktionen und der Wartung von Infrastrukturen zu helfen, um nur einige zu nennen. Es liegt an uns in der Branche und den Nutzern dieser Technologie, die Öffentlichkeit über diese Vorteile aufzuklären und die negative Wahrnehmung, die Menschen von Drohnen haben, zu ändern.

Allerdings reicht es nicht aus, nur den Wert von Drohnen zu präsentieren. Wir müssen auch überlegen, wie wir Drohnen in unsere Gesellschaft integrieren können, auf eine Weise, die soziale und wirtschaftliche Vorteile in Einklang bringt. Dies könnte bedeuten, Drohnen auf bestimmte Bereiche oder Routen innerhalb von Städten zu beschränken, die Anzahl der erlaubten Drohnen zu begrenzen oder technische Anforderungen zu setzen, wie z.B. Schallpegelgrenzen. Wie bei der bemannten Luftfahrt erfordert dies eine Kombination aus technologischen Fortschritten und der Entwicklung der richtigen Verfahren.


Schlussfolgerung

Nach der Lektüre meiner obigen Gedanken könnten Sie denken, dass ich pessimistisch über die Zukunft der Drohnenbranche bin, aber es ist genau das Gegenteil der Fall. Innovation dauert immer länger als ursprünglich erwartet, insbesondere in einer stark regulierten Umgebung wie der Luftfahrt. Das Tempo, mit dem die regulatorischen Rahmen für UAS-Operationen und U-Space von der EASA (und somit den EU-Mitgliedstaaten) aufgestellt wurden, ist bemerkenswert. Natürlich fehlen noch viele Standards, und die Branche kann ihr volles Potenzial noch nicht ausschöpfen, aber dies ist nur eine Frage von wenigen Jahren. Jahre, die die Branche auch benötigt, um neue und verbesserte Technologien zu entwickeln, wie Batterietechnologie und leisere Rotordesigns, und um Geschäftsmodelle zu verfeinern, wie Drohnenlieferung und U-Space. Daher bin ich tatsächlich sehr optimistisch, dass die Zukunft der Drohnenbranche vielversprechend ist und dass wir als Gesellschaft stark von der unbemannten Luftfahrttechnologie profitieren werden.

Eine Drohne fliegt neben einem Passagierflugzeug im Hinblick auf den U-Space

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Wie U-Space den SORA beeinflussen wird

© Luft- und Raumfahrtfertigung

Ab dem 26. Januar 2023 wird der U-Space-Regulierungsrahmen in Europa in Kraft treten. Die Ausweisung des U-Space wird jedoch nicht sofort folgen. Es ist wichtig, dass lokale Regierungen, Luftfahrt-Diensteanbieter (ANSPs) und Betreiber von unbemannten Luftfahrzeugsystemen (UAS) die Auswirkungen des U-Space-Luftraums berücksichtigen. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Beziehung zwischen U-Space und der spezifischen Operationen-Risikoanalyse (SORA).


SORA-Ansatz

Der SORA-Ansatz beinhaltet das Luft-Risikomodell, das das Risiko eines Begegnungs mit bemanntem Flugverkehr bewertet. Das Prinzip basiert auf der Definition der anfänglichen Luft-Risikoklasse (ARC) des Betriebsvolumens, wobei geeignete Minderungen die anfängliche ARC auf eine verbleibende (endgültige) ARC reduzieren können. Gemeinsam mit der Bodenrisikoklasse (GRC) wird das endgültige spezifische Assurance- und Integrity-Niveau (SAIL) bestimmt. Dieses Ergebnis stellt das Risiko der UAS-Operationen dar und die entsprechenden Anforderungen (Operative Sicherheitsziele, OSOs) für den Betrieb.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) definiert die ARC als eine "qualitative Klassifizierung der Häufigkeit, mit der ein UAS ein bemanntes Flugzeug im typischen generalisierten zivilen Luftraum begegnen würde." Die ARC kann in vier Ebenen (ARC-a, -b, -c, -d) unterteilt werden, wobei das Risiko einer Kollision zwischen einem UAS und einem bemannten Flugzeug zunimmt. Sie kann anhand des Entscheidungsbaums ermittelt werden, wie er in der Verordnung EU 2019/947 (Unmanned Aircraft Systems) veröffentlicht wurde.

Die Reduzierung der anfänglichen ARC kann durch Anwendung strategischer Minderungen durch Betriebsbeschränkungen (seitens des UAS-Betreibers) oder durch gemeinsame Strukturen und Regeln (z. B. Luftraumstruktur und/oder Verkehrsverfahren) erreicht werden. Das verbleibende Risiko kann durch taktische Minderungen, die für Operationen jenseits der Sichtlinie (BVLOS) gelten, weiter gemindert werden. Für (erweiterte) Sichtflüge kann das Prinzip „sehen und vermeiden“ beibehalten werden, indem man das UAS im Auge behält.


U-Space innerhalb des SORA-Modells

Innerhalb der SORA-Methodik erlaubt das Luft-Risikomodell Minderungen, die aus den im U-Space-Luftraum bereitgestellten Diensten stammen. Da SORA 2.0 in den frühen Entwicklungsphasen des U-Space veröffentlicht wurde, behandelte das Modell die Rolle von U-Space innerhalb von SORA nicht weiter. Mit der Umsetzung der Verordnung EU 2021/664 (U-Space-Regulierung) und den entsprechenden annehmbaren Mitteln zur Einhaltung (AMC) und den Leitmaterialien (GM) gibt EASA eine Empfehlung zur verbleibenden ARC nach der Implementierung des U-Space: „Es wird empfohlen, für U-Space in kontrolliertem und unkontrolliertem Luftraum eine verbleibende 'ARC-b' anzuwenden.“ Die zuständige Behörde entscheidet, ob sie die Empfehlung annimmt.

Ohne U-Space wird ARC-b als der Luftraum unter 500 ft in unkontrolliertem Luftraum über ländlichen Gebieten definiert. Die Empfehlung von ARC-b für U-Space basiert darauf, dass strategische und taktische Mittel angewandt wurden, die die Implementierung des U-Space-Luftraums unterstützen. Daher muss nachgewiesen werden, dass das U-Space-Luftraumvolumen einschließlich der Dienste mit ARC-b-Operationen vergleichbar ist, um von der ARC-Reduzierung zu profitieren (ein ähnlicher Ansatz zur Reduzierung der ARC ohne U-Space-Dienste).

Diese Betriebsbedingung (die Reduzierung auf ARC-b) wird durch die U-Space-Luftraum-Risikoanalyse bestimmt. Die Risikoanalyse deckt sowohl Boden- als auch Luft-Risiken ab und berücksichtigt Sicherheits-, Privatsphäre-, Sicherheits- und Umweltaspekte. Das Ergebnis der Risikoanalyse, einschließlich der Ergebnisse der Stakeholder-Anhörungen, wird in einem U-Space-Entwicklungsplan an den Mitgliedstaat resultieren, der die Leistungsanforderungen des U-Space-Luftraums enthält.

Die folgenden Abschnitte werden die Beziehung zwischen U-Space und den SORA-Minderungen weiter behandeln.


Strategische U-Space-Minderungen durch gemeinsame Struktur und Regeln

Der U-Space-Flugautorisierungsdienst (der ein obligatorischer U-Space-Dienst ist) kann als strategische Minderung verwendet werden, um UAS und bemannte Flugzeuge (und andere UAS-Flüge) zu trennen. Da der UAS-Betreiber den Luftraum nicht kontrolliert, muss der Betreiber einen Flugplan einreichen, der vom U-Space-Serviceanbieter (USSP) gegen geplante und bereits in der Luft befindliche Flüge überprüft wird. Dies ist ein Beispiel einer Minderung durch gemeinsame Luftraumstruktur (U-Space). Basierend auf dem Flugautorisierungsprozess garantiert der USSP die Trennung durch prozedurale Kontrolle im Luftraum.


Taktische U-Space-Minderungen

Während U-Space als Verkehrsmanagementsystem für UAS-Operationen genutzt wird, die zunächst unter 500 ft erfolgen, können traditionelle bemannte Flugzeuge trotzdem innerhalb des U-Space operieren, sofern sie die Verordnung EU 2021/666 für E-Konspektivität einhalten. Die Verordnung 666 erfordert, dass bemannte Flugzeuge, die im U-Space-Luftraum operieren, sich dem USSP elektronisch sichtbar machen. Dieses Prinzip gilt für unkontrollierten Luftraum.

Für kontrollierten Luftraum gilt die Verordnung EU 2021/665. Da der Verkehr im U-Space-Luftraum bekannt sein wird (durch den Dienst zur Netzwerkidentifikation und Detektionssysteme), kann das Risiko von Begegnungen mit bemanntem Verkehr durch das Konzept der Dynamischen Umkonfiguration gemindert werden. Das Konzept zielt darauf ab, bemannten und unbemannten Verkehr innerhalb des U-Space-Luftraums zu trennen. Es erfordert die Zusammenarbeit zwischen dem USSP (oder mehreren USSPs, falls zutreffend) und dem ANSP.


Leistungsanforderungen der taktischen Minderung (TMPR)

Für BVLOS-Operationen (jenseits der Sichtlinie) muss der UAS-Betreiber nachweisen, dass er die TMPRs erfüllt. U-Space ändert diesen Prozess nicht, bietet jedoch zusätzliche Möglichkeiten, die Anforderungen an die Erkennung zu erfüllen. Der Betreiber kann sich auf den U-Space-Verkehrsinformationsdienst als Mittel zur Erkennung des Verkehrs im Bereich verlassen, sodass er UAS-Betreibern Unterstützung bietet, Kollisionen mit bemanntem (und unbemanntem) Verkehr zu vermeiden. Es hebt somit die Bedeutung des vom USSP bereitgestellten Verkehrsinformationsdienstes für den UAS-Betreiber hervor in Bezug auf die Luft-Risikominderung innerhalb der SORA.

Der Dienst überträgt jedoch nicht die Verantwortung für den Betrieb auf den USSP (oder ANSP). Der UAS-Betreiber bleibt für die Sicherheit des Fluges und die Einhaltung der U-Space-Betriebsbedingungen verantwortlich. U-Space ist eine Möglichkeit, das Risiko einer Kollision zu mindern, erfordert jedoch weiterhin, dass die Betreiber eine Betriebsautorisierung mit dem SORA-Ansatz beantragen.

Basierend auf dem U-Space-Entwicklungsplan (das Ergebnis der Risikoanalyse und die Ergebnisse der Stakeholder-Anhörungen) kann der Mitgliedstaat zusätzliche, anspruchsvollere Leistungsanforderungen als die TMPRs definieren. Dies bedeutet, dass UAS-Betreiber die anspruchsvollsten Anforderungen (TMPRs oder die U-Space-Leistungsanforderungen) der zuständigen Behörde (gemäß SORA-Anwendung) nachweisen müssen, um eine europäische Erlaubnis zum Fliegen zu erhalten.


Schlussfolgerung

Das SORA-Modell ermöglicht U-Space als Mittel zur Minderung der anfänglichen ARC. EASA empfiehlt, die verbleibende ARC für den U-Space-Luftraum als ARC-b zu definieren, die das Risiko einer Begegnung mit bemanntem Verkehr unter 500 ft in unkontrolliertem Luftraum über ländlichen Gebieten darstellt. Die U-Space-Dienste werden es ermöglichen, die anfängliche ARC sowohl strategisch als auch taktisch auf diese Weise zu mindern. Daher ist es wichtig, die Leistungskriterien im Zusammenhang mit der SORA und TMPRs während der U-Space-Luftraum-Risikoanalyse zu berücksichtigen und die Leistungskriterien kontinuierlich zu überwachen. Auf diese Weise können UAS-Betreiber die Vorteile der U-Space-Dienste in Bezug auf ihre SORA-Anwendung nutzen.

Eine bemannte Drohne landet zwischen Wolkenkratzern.

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Sieben Demonstrationen in ganz Europa zur sicheren Integration von unbemannten Luftfahrzeugen

In nur wenigen Jahren wird die urbane Luftmobilität Realität sein und den Menschen eine bequeme Reisemöglichkeit bieten, die besser auf Städte und ihre Bewohner abgestimmt ist. Die sichere Integration dieser großen zukünftigen Drohnen in unseren städtischen Luftraum erfordert viel Koordination und umfassende Tests. In den nächsten Monaten wird das europäische Projekt AMU-LED mehrere Demonstrationsflüge in städtischen Umgebungen im Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Spanien durchführen.

Was wäre, wenn die Zukunft Krankenwagen hätte, die Patienten und lebenswichtige Medikamente per Luft transportieren? Was wäre, wenn Feuerwehrleute Brände sicher und effizient bekämpfen könnten, ohne Menschenleben zu gefährden? Eine Zukunft, in der Menschen schneller und effizienter von Punkt zu Punkt reisen können, mit besseren und optimierten Dienstleistungen für Städte und ihre Bewohner. Diese Zukunft ist keine bloße Vision, sondern eine Realität, die in wenigen Jahren auf uns zukommen wird: Urbane Luftmobilität (UAM). UAM ist ein transformatives Mobilitätskonzept für städtische Gebiete, das verschiedene Arten von Drohnen nutzt, um jede Art von Mission durchzuführen, die darauf abzielt, das Wohl der Einzelpersonen und Organisationen zu verbessern.


U-space

Ein wesentlicher Faktor für UAM ist U-space, ein Luftverkehrsmanagementrahmen, um die sichere und zuverlässige Integration von Drohnen zu ermöglichen. Genau wie das Luftverkehrsmanagementsystem für allgemeine Flugzeuge wird U-space sicherstellen, dass Drohnenoperationen sicher und effizient durchgeführt werden. Das System wird jedoch automatisierter sein als die derzeitige Flugverkehrskontrolle, mit weniger menschlicher Interaktion und der Fähigkeit, mehr Flüge gleichzeitig zu bewältigen. U-space kann als eine Reihe spezifischer Dienstleistungen und Verfahren definiert werden, die entwickelt wurden, um sicheren und effizienten Zugang zum Luftraum für eine große Anzahl von Drohnen zu gewährleisten, die ein hohes Maß an Digitalisierung und Automatisierung verkörpern.


Szenarien in städtischen Umgebungen

Es wurde viel Arbeit in die Entwicklung von U-space und UAM durch Forschungs- und Innovationsprojekte sowie technologische Entwicklungen investiert. Eine dieser Initiativen ist das Projekt AMU-LED, ein sehr groß angelegtes Demonstrationsprojekt (Very Large-Scale Demonstration, VLD), das von der SESAR Joint Undertaking im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union finanziert wird. AMU-LED wird die sichere Integration von bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen durch die Implementierung von U-space demonstrieren, mit dem ultimativen Ziel, zunehmend nachhaltige intelligente Städte zu realisieren. Dies wird durch die Durchführung von Flugdemonstrationen mit verschiedenen Szenarien, Situationen und Anwendungsfällen in städtischen Umgebungen erreicht.

In diesen Demos wird das Projekt große elektrische Plattformen für den vertikalen Start und die Landung (eVTOL) für den Passagier- und Frachttransport verwenden, kombiniert mit kleineren Unmanned Aerial Systems (UAS), die die Lieferung von Waren und medizinischen Versorgungsgütern, Überwachung oder Unterstützung für Notfalldienste durchführen.


Ziele von AMU-LED

Das Projekt begann vor zwei Jahren im Januar 2020 mit zwei Hauptzielen, um die sichere Interaktion von UAM mit anderen Luftraumnutzern zu demonstrieren und sichere UAM-Flüge zu demonstrieren. Nach gründlicher Vorbereitung können die Flugdemonstrationen, die im Rahmen von AMU-LED stattfinden werden, als das Endprodukt des Projekts angesehen werden, die das Betriebskonzept, die Anwendungsfälle, Szenarien, Systemarchitektur und das U-space-System, die im Projekt definiert werden, in die Praxis umsetzen.

„Nachdem wir eine beeindruckende Menge an Arbeit geleistet haben, bei der unser Konsortium innovative Operationskonzepte für UAM entwickelt und umgesetzt hat, zukunftsweisende, aber greifbare Anwendungsfälle wie den Luftpendelverkehr oder die letzte Meile der Paketzustellung vorbereitet hat und innovative unbemannte Verkehrsmanagementdienste integriert hat, sind wir nun bereit für den Start“, erklärt Pablo Menéndez-Ponte Alonso, Projektleiter UTM von NTT DATA Spain, das das europäische Konsortium mit 17 verschiedenen Einheiten koordiniert, die am AMU-LED-Projekt teilnehmen. „Cranfield ist unsere erste, aber wesentliche Demonstration, da sie uns ermöglichen wird, die Bereitschaft dieser Technologie zu verstehen, indem wir die tatsächliche Herausforderung in Angriff nehmen.“

Schließlich wird es insgesamt sieben Demonstrationen geben, die im Sommer 2022 in Cranfield (UK), Amsterdam (NL), Enschede (NL), Rotterdam (NL) und Santiago de Compostela (SP) stattfinden werden.


Austausch von Informationen

Die Vielfalt der Standorte ermöglicht es dem Projekt, mehrere relevante Aspekte auf verschiedene Weise zu testen und zu demonstrieren, zum Beispiel die effizienteste Art des Informationsaustauschs zwischen Akteuren (wie den Drohnen, ihren Piloten und dem Luftverkehrsmanagementsystem) zu bewerten. Das Projekt wird zwei unterschiedliche Konzepte für die Verteilung relevanter Daten testen: eine zentralisierte und eine dezentralisierte Architektur. Die dezentralisierte Architektur wird in Cranfield, Enschede und Rotterdam getestet, und die zentralisierte Architektur wird in Amsterdam und Santiago de Compostela getestet.

Die auszutauschenden Informationen betreffen alle Arten von Daten, z. B. strategische und taktische Informationen vor und während des Flugs, Tracking-Daten (Echtzeitinformationen über die Position der Drohne), den beratenden Taktikvermeidung Dienst (Informationen, um Konflikte vor und während des Fluges zu vermeiden) sowie Wetter- und CNS-Daten (Kommunikation, Navigation und Überwachung).


Was kann während der Demonstrationen erwartet werden?

Da U-space und UAM noch Konzepte in der Entwicklung sind, folgte AMU-LED den drei Säulen der Innovation – Machbarkeit, Umsetzbarkeit und Begehrlichkeit, um sicherzustellen, dass die Demonstrationen die Grundlagen für eine effektive Implementierung von UAM abdecken.

Im Juni starten die Demonstrationen mit dem Machbarkeitsfall in Cranfield, um die Bereitschaft der AMU-LED-Lösung, Technologien und Systeme zu beweisen. Diese Tests werden von der Cranfield University geleitet und finden am Flughafen Cranfield statt, einer einzigartigen Anlage mit eigenem Air Navigation Service Provider und Fluglotsen sowie eigenen Piloten und Flugzeugen. Diese Demonstration wird eine Voraussetzung für die nachfolgenden Demonstrationen sein und beweisen, dass die AMU-LED-Lösung bereit und sicher ist, um in komplexeren Umgebungen getestet zu werden. Ein zweiter Teil der Cranfield-Demonstration wird im September stattfinden.

Nach dem Nachweis der Machbarkeit der AMU-LED-Lösung wird das Projekt im August in Amsterdam und Enschede fortgesetzt, um die Begehrlichkeit ihrer Lösung zu testen, wobei der Fokus auf öffentlicher Akzeptanz und sozialen Auswirkungen liegt.

In Amsterdam werden die Tests von der NLR, dem Niederländischen Luft- und Raumfahrtzentrum, geleitet und finden im Herzen der Stadt, auf dem Marineterrein, statt. Mit Hilfe einer Fokusgruppe zur Datenerhebung wird das Team verschiedene Flugdemonstrationen durchführen, um verschiedene Aspekte des U-space und bestimmte Indikatoren der öffentlichen Akzeptanz wie Lärmbelästigung, wahrgenommene Sicherheit, Vertrauen in die Technologie, Datenschutzbedenken oder visuelle Beeinträchtigung zu testen. Auf Grundlage der gesammelten Daten werden Maßnahmen zur Minderung der von der Fokusgruppe geäußerten Bedenken vorgeschlagen.

Enschede wird folgen und die sozialen Auswirkungen von UAM demonstrieren. Space53, ein Test- und Innovationszentrum für unbemannte Systeme, ist für diese Demonstration verantwortlich, die zwischen dem Space53-Standort an der Technology Base und dem Flughafen Twente sowie der Stadt Enschede stattfinden wird. Dabei werden verschiedene gesellschaftlich relevante Anwendungsfälle wie medizinische Lieferungen, Brandbekämpfung oder polizeiliche Überwachung vorgestellt, um zu zeigen, welche sozialen Auswirkungen UAM bei der Implementierung haben wird.

In Rotterdam wird im August auch die wirtschaftliche Machbarkeit von UAM demonstriert. Dieser Test wird von AirHub koordiniert und findet im Hafengebiet der Stadt statt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Hafenbehörde Rotterdam, die die Machbarkeit des direkten Transports von Schiffsbesatzungen vom Schiff zum Hotel untersuchen möchte. Weitere Anwendungsfälle werden ebenfalls vorgestellt, wobei unterschiedliche UAVs und VTOL-Flugzeuge eingesetzt werden.

Die Stadt Santiago de Compostela wird die finale Demonstration von AMU-LED beherbergen, bei der alle vorherigen Aspekte – Machbarkeit, Umsetzbarkeit und Begehrlichkeit – in einer großen Endvorstellung zusammengeführt werden. Koordiniert vom Technologiezentrum ITG – Fundación Instituto Tecnológico de Galicia, wird die Demonstration den korrekten Einsatz aller Aspekte in städtischen Umgebungen als abschließende Präsentation dafür zeigen, wie U-space die urbane Luftmobilität ermöglichen kann. Dies wird im September und Oktober demonstriert.

Während dieser Demonstrationen wird das Projektteam Daten über die verschiedenen getesteten Aspekte sammeln, die anschließend analysiert werden. Dies ermöglicht es dem Projekt, Ergebnisse für die weitere Entwicklung von U-space zu erstellen und Informationen über die effizienteste Art, wie U-space UAM ermöglichen kann, bereitzustellen und eine sichere, effektive und tragfähige Lösung für intelligente Städte zu bieten.

Dieses Projekt wird von der SESAR Joint Undertaking (JU) im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101017702 finanziert. Die JU erhält Unterstützung aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union und den SESAR JU-Mitgliedern außer der Union.