Stephan van Vuren
Warum U-Space-Luftraum eingerichtet werden sollte

U-Space stellt den nächsten großen Fortschritt für die Drohnenindustrie dar. Es wird Drohnenbetreibern ermöglichen, eine große Anzahl von Beyond Visual Line of Sight (BVLOS)-Operationen in komplexen Umgebungen, wie über Städten und im kontrollierten Luftraum, durchzuführen. Im Jahr 2022 veröffentlichte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) den europäischen Rechtsrahmen für U-Space, der am 26. Januar 2023 in Kraft treten wird. Für lokale Behörden, Gemeinden, Provinzen, Mitgliedstaaten und alle anderen relevanten Entitäten, die von U-Space-Lufträumen profitieren können, ist es wichtig, die Gründe für die Einrichtung von U-Space-Lufträumen zu verstehen.
Das U-Space-Konzept
Ab 2023 haben Mitgliedstaaten die Möglichkeit, U-Space-Lufträume auf bestimmte Gebiete des bestehenden Luftraums zu beschränken. In U-Space-Lufträumen wird der Verkehr von einem U-Space-Dienstleister kontrolliert, während das traditionelle Flugverkehrsmanagementsystem (ATM) weiterhin von Fluglotsen überwacht wird. Die Kapazität für Drohnenoperationen ist jedoch häufig aufgrund der Belastung durch Funkkommunikation begrenzt.
U-Space wird definiert als eine Reihe spezifischer Dienstleistungen und Verfahren, die einen sicheren und effizienten Zugang zum Luftraum gewährleisten sollen. Es stützt sich auf ein hohes Maß an Digitalisierung und Automatisierung. Innerhalb der zugewiesenen U-Space-Lufträume werden vier obligatorische Dienstleistungen angeboten, um sichere und effiziente Operationen zu gewährleisten:
Netzwerk-Identifizierungsdienst Dieser Dienst bietet die Identität der Operationen im U-Space-Luftraum. Darüber hinaus sind der Standort und die Flugbahn der Drohne während des Betriebs zu Überwachungs- und Managementzwecken sichtbar.
Geo-Awareness-Dienst Mit dem Geo-Awareness-Dienst ist die Drohne stets über die Einsatzumgebung informiert. Beispiele hierfür sind Luftraumbeschränkungen (z. B. Flugverbotszonen) oder Zeitbeschränkungen aufgrund anderer Verkehrsteilnehmer.
Flugfreigabedienst Vor jedem Flug stellt der Flugfreigabedienst sicher, dass die beabsichtigte Flugbahn frei von Konflikten ist. Es wird auch als strategische Konfliktvermeidung bezeichnet.
Verkehrsinformationsdienst Während des Flugs muss der Verkehrsinformationsdienst im U-Space-Luftraum bereitgestellt werden. Sollte sich ein anderes Luftfahrzeug in der Nähe befinden, muss der Verkehrsinformationsdienst den Betreiber warnen.
Diese Dienstleistungen werden vom U-Space-Dienstleister erbracht, einem speziellen Unternehmen, das zertifiziert und zugelassen wurde. Bevor U-Space jedoch genutzt werden kann, muss der Luftraum dafür ausgewiesen werden.
Nicht nur für die Sicherheit
Mit der zunehmenden Anzahl von Drohnen in komplexeren Situationen und Operationen ist Sicherheit ein wichtiger Grund für die Einrichtung von U-Space. In den kommenden Jahren werden Drohnenoperationen außerhalb der Sicht des Piloten (BVLOS) zunehmen, ebenso wie die Größe und das Gewicht der Drohnen selbst. Daher wird das Risiko der Integration von Drohnen in den bestehenden Luftraum ohne Einführung eines neuen Managementkonzepts ebenfalls zunehmen. Dieses Risiko ist insbesondere in komplexen Umgebungen wie Flughäfen und Helikopterlandeplätzen oder bevölkerten Städten signifikant.
Die Gründe für die Einrichtung von U-Space beschränken sich jedoch nicht auf die Sicherheit. Umwelt-, Sicherheits-, Datenschutz- oder Wirtschaftsfaktoren können ebenfalls die Schaffung eines kontrollierten Luftraums für Drohnenoperationen notwendig machen. Aus ökologischer Sicht kann die Begrenzung der Verkehrsdichte ein Grund sein, während Flüge über sensible Orte für Sicherheitszwecke beschränkt werden können.
Alle Beteiligten berücksichtigen
Die Aktivierung von U-Space erfordert jedoch von den Behörden, ein rigoroses Verfahren namens 'Koordinierungsmechanismus' zu durchlaufen. Dieser Mechanismus umfasst die Durchführung einer Luftraum-Risikoanalyse unter Berücksichtigung verschiedener Datenquellen und Informationen von Interessengruppen. Da die Gründe für die Einrichtung von U-Space unterschiedlich sein oder mehrere Faktoren umfassen können, berücksichtigt der Prozess zur Einrichtung von U-Space Eingaben von allen Beteiligten. Durch die Einbeziehung sowohl der Luftfahrt- als auch der nicht-luftfahrtbezogenen Interessengruppen können Daten gesammelt werden, um den U-Space-Luftraum auf die effizienteste Weise zu gestalten.
Dieser Prozess innerhalb des Koordinierungsmechanismus sollte mit einer Entscheidung zur Umsetzung oder Nichtumsetzung von U-Space, einem "grünen" oder "roten" Licht, enden. Daher ist eine ordnungsgemäße Vorbereitung unerlässlich.
Wie AirHub im Prozess helfen kann
Mit operativer und rechtlicher Fachkompetenz und Erfahrung in der bemannten und unbemannten Luftfahrt kann AirHub die Zivilluftfahrtbehörden (CAA), Diensteanbieter für Flugverkehrskontrolle (ANSP) und lokale Regierungen im Prozess der Einrichtung von U-Space unterstützen. AirHub kann beraten, ob U-Space eine Lösung für Sicherheits-, Sicherheits-, Umwelt-, Datenschutz- oder Wirtschaftsbedenken sein kann. Bei AirHub haben wir auch einen Arbeitsablauf etabliert, um Luftraum-Risikoanalysen auf rechtskonforme und effiziente Weise durchzuführen. Auf diese Weise können wir CAAs, ANSPs und lokale Regierungen im Prozess der Einrichtung von U-Space unterstützen. Für ein Beispiel, wie AirHub in einem europäischen Großprojekt geholfen hat, sehen Sie sich unser AMU-LED-Projekt an.