
Nerissa Goedhart
Software für den Drohnenbetrieb wählen: Diese 7 Punkte sollten Sie zuerst prüfen

Die Entscheidung für eine Drohnen-Operations-Software ist selten eine einmalige Sache. Es ist eher wie die Wahl einer Infrastruktur: Die Plattform, für die Sie sich heute entscheiden, bestimmt, welche Drohnen Sie nächstes Jahr kaufen können, an welche Systeme Sie anbinden können und wie viel manuellen Verwaltungsaufwand Ihr Team hat.
Die meisten Vergleiche konzentrieren sich auf Funktionen. Doch Funktionen ändern sich jedes Quartal. Die folgenden Punkte ändern sich in der Regel nicht – und genau diese lassen sich nach einer Entscheidung am schwersten wieder rückgängig machen.
1. Wo Ihre Daten tatsächlich liegen
Flugprotokolle, Live-Videos und Telemetriedaten sind Betriebsdaten und zunehmend auch personenbezogene Daten. Fragen Sie nach, wo diese gehostet werden, welcher Gerichtsbarkeit sie unterliegen und ob der Anbieter sie verschieben kann, wenn sich Ihre Anforderungen ändern. Eine Plattform, die außerhalb der EU gehostet wird, kann zwar nutzbar sein, aber das sollten Sie im Vorfeld wissen und nicht erst bei einer Prüfung erfahren. Dies ist eine Anforderung, die Organisationen der öffentlichen Sicherheit und Betreiber kritischer Infrastrukturen bei der Beschaffung zunehmend als nicht verhandelbar ansehen, anstatt sich auf bloßes Vertrauen zu verlassen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel darüber, wo europäische Drohnen-Software tatsächlich entwickelt wird.
2. Ob Sie an eine einzige Drohnenmarke gebunden sind
Einige Plattformen sind um das Ökosystem eines einzelnen Herstellers herum aufgebaut. Das kann gut funktionieren, wenn Sie niemals planen, Ihre Flotte zu diversifizieren. Es wird jedoch in dem Moment zum Problem, in dem Sie einen anderen Drohnentyp, eine andere Dockingstation oder eine Hardware hinzufügen möchten, die Ihr aktueller Anbieter nicht unterstützt. Fragen Sie nach, was praktisch passiert, wenn Sie nächstes Jahr eine Drohne einer anderen Marke kaufen. Das „Drone as First Responder“-Netzwerk der Polizei von Dubai beispielsweise betreibt eine hybride Flotte aus DJI-, Skydio- und Airobotics-Hardware über das Flottenmanagement von AirHub – gesteuert über eine einzige Benutzeroberfläche statt über mehrere separate Systeme.
3. Wie sich die Software in Ihre bestehenden Systeme einfügt
Drohnen-Operations-Software steht selten für sich allein. In der Regel muss sie mit einem Videomanagementsystem, einer Einsatzleitsoftware (CAD) oder einem GIS-Tool kommunizieren, auf das Ihr Team bereits setzt. Fragen Sie nach einem echten, bereits aktiven Integrationsbeispiel – nicht nach einem Punkt auf einer Roadmap – und erkundigen Sie sich nach dem dafür nötigen Entwicklungsaufwand. In Dubai wird so die gesamte Rettungskette ausgelöst: Ein Notruf im CAD-System startet über die AirHub-Integration automatisch die nächstgelegene Drohne, noch bevor ein Beamter überhaupt zum Funkgerät greift. Bei Live-Einsätzen fließt das Videomaterial zudem direkt in die VMS-Systeme, die die Behörden bereits nutzen, anstatt einen separaten Viewer zu benötigen.
4. Ob Compliance integriert oder nur nachträglich angeflanscht ist
Regulatorische Anforderungen – seien es die Regeln der EASA für die „Spezielle Kategorie“ in Europa oder andere Richtlinien weltweit – sollten die Arbeitsweise der Software von Grund auf bestimmen. Sie sollten kein nachträglich generierter Bericht sein. Fragen Sie nach, wie die Plattform die Flugberechtigungen der Piloten, Risikobewertungen und Audit-Trails im Alltag verwaltet – und nicht nur, was sie exportieren kann, wenn eine Behörde nachfragt. Das SORA 2.5-Update der EASA von Anfang des Jahres ist hierfür ein guter Praxistest: Fragen Sie einen Anbieter, wie sich seine Plattform tatsächlich verändert hat, als die Regeln angepasst wurden, und nicht nur, ob sie mit der Version konform war, die bei Vertragsunterzeichnung galt. Die Details dazu haben wir in unserem Artikel zu SORA 2.5 für Sie zusammengefasst.
5. Was passiert, wenn Sie skalieren möchten
Eine Plattform, die für fünf Piloten und zwei Drohnen hervorragend funktioniert, ist nicht automatisch für fünfhundert Piloten in mehreren Regionen geeignet. Fragen Sie nach, wie die größten Kunden des Anbieters die Plattform heute nutzen und was sich operativ zwischen einem kleinen Einsatz und einem landesweiten Rollout ändert. Die Bombeiros Portugal koordinieren über 700 Piloten in verschiedenen Regionen und Behörden über AirHub. Dabei bleiben Pilotenzertifizierungen und Wartungsberichte über Hunderte von dezentralen Teams hinweg auf dem neuesten Stand, anstatt in separaten lokalen Systemen zu liegen. Wie das strukturiert ist, können Sie in der Fallstudie der Bombeiros Portugal nachlesen.
6. Wer Zugriff auf Ihre Live-Videos und Telemetriedaten hat
Bei einem Zwischenfall müssen Live-Videos oft auch Personen außerhalb des Piloten erreichen: einer Leitstelle, einer Partnerbehörde oder einem Führungsfahrzeug. Fragen Sie, wie der Zugriff gesteuert wird, ob Berechtigungen pro Rolle oder pro Mission vergeben werden können und was mit den Aufnahmen nach dem Ende des Einsatzes passiert. Die Polizei von Dubai koordiniert über das Drone Operations Center von AirHub mehr als 25 Operateure gleichzeitig. Jeder sieht genau das, was für seine Rolle erforderlich ist – und nicht mehr –, anstatt eines einzigen, ungefilterten Feeds für alle.
7. Welche Deployment-Optionen es abseits der Cloud gibt
Die meisten Anbieter setzen standardmäßig auf eine Shared-Cloud-Umgebung, was für viele Organisationen auch völlig in Ordnung ist. Einige können diese jedoch aus Datenschutz- oder Sicherheitsgründen überhaupt nicht nutzen. Fragen Sie, ob eine On-Premise- oder Private-Cloud-Installation tatsächlich verfügbar oder nur theoretisch möglich ist. Die Polizei von Dubai beispielsweise nutzt AirHub als On-Premise-Lösung, die ISO 27001-konform ist und über verschlüsselte 5G-Kommunikation läuft – eben weil eine Shared-Cloud-Umgebung ihre Anforderungen an die Datensouveränität nicht erfüllte. Sowohl die On-Premise- als auch die Cloud-Bereitstellung sind dokumentierte Standardoptionen und kein separat angebotenes Custom-Projekt.
Die nächsten Schritte
In diesem Artikel geht es darum, zu wissen, welche dieser sieben Punkte für Ihre Organisation am wichtigsten sind, bevor ein Anbieter Ihnen seine Lösung vorstellt.
Wir haben AirHub als Beispiel genutzt, um zu zeigen, wie eine fundierte Antwort auf jeden Punkt aussehen kann. Denn genau diese Fragen haben uns unsere eigenen Kunden vor dem Kauf gestellt. Die Polizei von Dubai hat die Punkte 2, 3, 6 und 7 direkt bei der Beschaffung geprüft: eine hybride Flotte aus DJI, Skydio und Airobotics, CAD-gesteuerte automatische Starts, rollenbasierter Zugriff für mehr als 25 gleichzeitige Bediener sowie eine On-Premise-Installation nach ISO 27001 mit verschlüsseltem 5G, da eine Shared-Cloud nicht infrage kam.
Die Bombeiros Portugal haben Punkt 5 auf nationaler Ebene erprobt: Über 700 Piloten in verschiedenen Regionen und Behörden bleiben über ein einziges System konform und einsatzbereit, statt über Hunderte von Einzellösungen. Beide Praxisfälle werden in den Fallstudien zur Polizei von Dubai und zu den Bombeiros Portugal näher beleuchtet. Alle Details zu Datenspeicherung und Sicherheit finden Sie in unserem Trust Center.
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