
Nerissa Goedhart
5 Wege, wie Behörden für öffentliche Sicherheit schon heute Drohnen einsetzen

Drohnen-Ersthelfer-Programme (Drone as First Responder) werden oft als Zukunftsmusik dargestellt. Für eine wachsende Zahl von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gehören sie jedoch bereits zum Alltag. Hier sind fünf Wege, wie Drohnen derzeit im Realeinsatz genutzt werden – mit echten Beispielen von Behörden, die diese Technologie im großen Stil einsetzen.
1. Reduzierung der Reaktionszeiten auf unter 90 Sekunden
Die Polizei von Dubai hat ihr Drohnen-Ersthelfer-Programm auf ein einziges Ziel ausgerichtet: Jeden Einsatzort in weniger als 90 Sekunden zu erreichen – schneller, als es einer Bodeneinheit aufgrund des Verkehrs und der städtischen Dichte normalerweise möglich wäre. Notrufe lösen automatisch den Start der nächstgelegenen Drohne von einer festen Dockingstation aus, die Live-Videos an die Einsatzzentrale sendet, noch bevor die Beamten vor Ort eintreffen. Mittlerweile erreicht das Programm Reaktionszeiten von nur 1 Minute und 25 Sekunden, wobei mehr als 25 Operatoren ihre Missionen über eine einzige Benutzeroberfläche koordinieren. Details dazu finden Sie in der vollständigen Fallstudie der Polizei von Dubai.
2. Koordination von Hunderten von Piloten bei der nationalen Waldbrandbekämpfung
Die portugiesischen Bombeiros betreiben eines der größten BOS-Drohnennetzwerke Europas mit mehr als 700 Piloten in verschiedenen Regionen und Behörden, die für die Waldbrandbekämpfung im Landesinneren und Such- und Rettungseinsätze (SAR) an der Küste zuständig sind. So viele Piloten und Drohnenflotten unter einem System zusammenzuführen, bedeutet, dass Wärmebilddaten von einer Brandfront in Echtzeit an eine Einsatzzentrale übertragen werden können. Zudem bleiben Pilotenzertifizierungen und Wartungsprotokolle über Hunderte von dezentralen Teams hinweg aktuell, anstatt in separaten lokalen Systemen zu liegen. Pedro Tavares, Leiter für Drohnenausbildung und -betrieb bei der Escola Nacional de Bombeiros, bringt es auf den Punkt: „Mit AirHub haben wir eine einzige, sichere Plattform, um Hunderte von Drohnenteams in verschiedenen Regionen und Behörden zu koordinieren, sei es bei Waldbränden im Landesinneren oder bei Seenotrettungen an der Küste.“ Lesen Sie die Fallstudie der Bombeiros Portugal für das vollständige Bild.
3. Einsatz mehrerer Drohnen auf ein Ziel bei einer Fahndung
Ein einzelnes Drohnenbild zeigt bei einer Verfolgung oder einer groß angelegten Suche oft nur einen Teil des Gesamtbildes. Die belgische Polizei nutzt daher einen gestaffelten Ansatz: Eine Drohne hält einen hochpräzisen Zoom auf ein Ziel, während eine zweite den Überblick aus der Vogelperspektive behält. Beide Videostreams und Flugwege sind gleichzeitig in derselben Einsatzzentrale sichtbar. Diese Kombination hat direkt zum Auffinden vermisster Personen und zur Ergreifung von Tatverdächtigen im Realeinsatz beigetragen. Bram Schoors, Erster Hauptkommissar und Drohnenpilot bei der belgischen Bundespolizei, beschreibt das Ergebnis pragmatisch: „Dank des Drohneneinsatzes über die Plattform konnten wir bereits zwei vermisste Personen wohlbehalten auffinden.“ Kristof van den Broeck, Erster Polizeikommissar, fügt hinzu, dass eine einheitliche Plattform für den gesamten Arbeitsablauf genauso wichtig ist wie der Flug selbst: „Die gestreamten Bilder laufen alle an einem Ort zusammen, und wir haben im Nachhinein durch die Logdaten einen perfekten Überblick.“ Weitere Einzelheiten finden Sie in der Fallstudie der belgischen Polizei.
4. Live-Lagebild für Einsatzleiter bei Großveranstaltungen
Die Überwachung von Menschenmengen ist eine der etabliertesten BOS-Anwendungen für Drohnen: Luftbilder über einem Stadion, einer Demonstration oder einer öffentlichen Versammlung bieten Einsatzleitern eine Gesamtperspektive, die Bodenteams allein nicht erlangen können. Anstatt sich auf Funkberichte von Beamten rund um den Veranstaltungsort zu verlassen, kann eine Einsatzzentrale die Entstehung von dichten Menschenansammlungen in Echtzeit beobachten und Ressourcen gezielt an einen bestimmten Ein- oder Ausgang leiten, bevor ein Sicherheitsrisiko entsteht. Derselbe Live-Feed kann mit Partnerorganisationen geteilt werden, die an derselben Veranstaltung beteiligt sind – Feuerwehr, Rettungsdienste, Verkehrsbetriebe –, sodass alle Akteure auf Basis desselben Lagebildes agieren, anstatt Informationen aus zweiter Hand weiterzugeben. Bei mehrtägigen Veranstaltungen hilft dieses Lagebild den Einsatzleitern zudem, den nächsten Dienstplan auf der Grundlage realer Erkenntnisse und nicht nur nachträglicher Berichte zu planen.
5. Unterstützung der Seenotrettung und des Küstenschutzes
Die Suche und Rettung an Küsten und auf See profitiert genau von den Vorteilen, die Drohnen auch andernorts unverzichtbar machen: schneller Einsatz, zügiges Abfliegen großer Suchgebiete und Wärmebildkameras, die eine Person im Wasser lange vor einem Schiff oder einer Bodeneinheit orten können. Eine Drohne kann aufsteigen und einen Küstenabschnitt absuchen, noch während ein Boot den Hafen verlässt. Zudem arbeiten Wärmebildkameras auch bei Dunkelheit oder schlechter Sicht zuverlässig, wenn die Überlebenschancen für jemanden im Wasser am schnellsten sinken. Die Koordination mit der Küstenwache und Rettungsbootbesatzungen vor Ort, sodass die Videodaten direkt in den Gesamteinsatz einfließen, macht die Suche schneller und die Rettung effizienter. Die niederländische KNRM, der nationale Seenotrettungsdienst, setzt Drohnen genau so ein. Wie das in der Praxis funktioniert, erfahren Sie im Artikel Such- und Rettungseinsätze effizienter gestalten. Dies ist einer der Gründe, warum Küstenschutzbehörden Drohnen zunehmend als Standardwerkzeug betrachten.
Was diese Beispiele gemeinsam haben
Keines dieser Beispiele ist mehr ein bloßes Pilotprojekt. Es handelt sich um tagtäglich laufende Einsatzprogramme in einer Größenordnung, die auf denselben grundlegenden Anforderungen basiert: schneller Start, Live-Videoübertragung an die richtigen Personen in Echtzeit und ein System, das Hunderte von Piloten und gemischte Drohnenflotten verwalten kann, ohne jeden einzelnen Einsatz durch administrativen Mehraufwand zu belasten.
Genau auf diesem Fundament basiert AirHub. Die Plattform deckt den gesamten Missions-Lebenszyklus ab – von der Planung, dem Flug, der Protokollierung bis hin zum Flottenmanagement. Sie ist herstellerunabhängig für verschiedene Drohnenmarken und Dockingstationen einsetzbar sowie in Europa entwickelt und gehostet. Live-Videos und Telemetriedaten erreichen die Einsatzzentrale über das Drone Operations Center, während die automatische Flugprotokollierung und Compliance-Prüfung im Hintergrund ablaufen, statt separaten administrativen Aufwand zu verursachen. Es ist dieselbe Plattform, die hinter den Reaktionszeiten von unter 90 Sekunden der Polizei in Dubai steht, das Netzwerk der portugiesischen Bombeiros mit über 700 Piloten unterstützt und die oben beschriebenen Einsätze der belgischen Polizei für BOS-Teams unterschiedlichster Größenordnungen ermöglicht.


